The Guardian view on adult education: learning should be for all ages

26.10.2026 | EB weltweit

„Lernen sollte für alle Altersgruppen offenstehen.“ Mit dieser klaren Botschaft hat The Guardian kürzlich die Bedeutung der Erwachsenenbildung hervorgehoben. Das britische Leitmedium argumentiert, dass Bildung im 21. Jahrhundert nicht länger als Lebensphase verstanden werden kann, die mit Schule oder Studium endet. In einer Welt, die von Digitalisierung, technologischen Umbrüchen, demografischem Wandel und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist, wird lebensbegleitendes Lernen zur Voraussetzung für Teilhabe, Chancengerechtigkeit und demokratische Resilienz.

Diese Einschätzung ist auch für Österreich von hoher Aktualität. Gerade jetzt wird mit der Entwicklung der LLL-Strategie 2040 ein neuer bildungspolitischer Rahmen geschaffen, der lebenslanges Lernen in den Mittelpunkt rücken soll. Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) hat den Start dieses Prozesses ausdrücklich begrüßt und dabei betont, dass Erwachsenenbildung als unverzichtbarer Bestandteil eines modernen Bildungssystems verstanden werden muss.

Der Kommentar des Guardian verweist auf einen entscheidenden Punkt: Bildung darf nicht ausschließlich als Instrument für den Arbeitsmarkt betrachtet werden. Sie stärkt die Fähigkeit von Menschen, gesellschaftliche Entwicklungen zu verstehen, kritisch zu reflektieren und aktiv am demokratischen Leben teilzunehmen. Genau hier liegen seit Jahrzehnten die zentralen Stärken der gemeinnützigen Erwachsenenbildung in Österreich. Volkshochschulen und andere Einrichtungen der KEBÖ schaffen Orte des Lernens, der Begegnung und des gesellschaftlichen Dialogs. Sie erreichen Menschen in allen Lebensphasen und öffnen Zugänge zu Bildung unabhängig von Alter, Herkunft oder Bildungsbiografie.

Die Entwicklung der LLL-Strategie 2040 bietet nun die Chance, diese Rolle weiter zu stärken. Aus Sicht der KEBÖ braucht es dafür eine langfristige Verankerung des lebensbegleitenden Lernens als öffentliche Aufgabe, verlässliche Finanzierungsstrukturen und die ausdrückliche Anerkennung der Erwachsenenbildung als gleichwertige Säule des österreichischen Bildungssystems. Nur so kann gewährleistet werden, dass Bildungsangebote auch künftig flächendeckend, niederschwellig und für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich bleiben.

Die Botschaft aus Großbritannien und die Debatte in Österreich weisen damit in dieselbe Richtung: Wer die Zukunft gestalten will, muss Lernen als lebenslangen Prozess verstehen. Die LLL-Strategie 2040 kann dafür einen wichtigen Rahmen schaffen. Jetzt gilt es, die richtigen bildungspolitischen Weichen zu stellen, damit lebensbegleitendes Lernen nicht nur ein Leitbild bleibt, sondern für alle Menschen Realität wird.