Perspektive der gemeinnützigen Erwachsenenbildung in internationaler UNESCO-Konferenz am 25.9.2026

25.09.2026 | EB weltweit

Die Erwachsenenbildung ist bei der internationalen Konferenz„Inequity in Education“ an der Universität Wien mit einem eigenen Beitrag von KEBÖ-Vorsitzenden John Evers vertreten. Die Veranstaltung findet im Umfeld der Präsentation des UNESCO Global Education Monitoring Report 2026 statt und widmet sich der Frage, wie Bildungsungleichheiten weltweit reduziert und gerechtere Bildungssysteme gestaltet werden können. Zu den zentralen internationalen Stimmen zählen unter anderem UNESCO-GEM-Direktor Manos Antoninis sowie Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis.

Die Teilnahme der KEBÖ ist von besonderer Bedeutung, weil die Diskussion über Bildungsgerechtigkeit nicht bei Schule und Hochschule enden darf. Bildungsungleichheiten setzen sich häufig bis ins Erwachsenenalter fort. Gerade Menschen mit geringen Grundkompetenzen, niedrigen Bildungsabschlüssen oder schwierigen sozialen Rahmenbedingungen benötigen auch später im Lebensverlauf Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten. Die gemeinnützige Erwachsenenbildung leistet hier einen wesentlichen Beitrag, indem sie Bildungschancen eröffnet, gesellschaftliche Teilhabe stärkt und Menschen beim Umgang mit wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen unterstützt.

In ihrem Beitrag wird die KEBÖ insbesondere die österreichische Perspektive der gemeinnützigen Erwachsenenbildung einbringen. Im Mittelpunkt stehen vier zentrale Anliegen:

  • Lernen als Recht für alle Menschen: Bildung darf nicht ausschließlich als Instrument zur Deckung des Fachkräftebedarfs verstanden werden, sondern ist Voraussetzung für persönliche Entwicklung, gesellschaftliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben.
  • Stärkung der Grundbildung: Der Ausbau von Basisbildung und Grundkompetenzen ist eine zentrale Voraussetzung für mehr Bildungsgerechtigkeit und soziale Inklusion.
  • Erwachsenenbildung für Demokratie und Zusammenhalt: Erwachsenenbildung schafft Räume für Dialog, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe und stärkt demokratische Resilienz.
  • Absicherung der gemeinnützigen Erwachsenenbildung: Gemeinwohlorientierte Erwachsenenbildungseinrichtungen sind eine unverzichtbare Bildungsinfrastruktur und müssen als gleichwertiger Teil des Bildungssystems nachhaltig abgesichert werden.

Besonders hervorheben wird die KEBÖ die breite gesellschaftliche Reichweite des gemeinnützigen Erwachsenenbildungssektors in Österreich. Die zehn KEBÖ-Verbände erreichen jährlich rund 2,5 Millionen Teilnahmen und betreiben österreichweit tausende Lern- und Begegnungsorte. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zu Chancengerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt, demokratischer Kultur und lebensbegleitendem Lernen.

Die Konferenz bietet damit eine wichtige Gelegenheit, die Erfahrungen der österreichischen Erwachsenenbildung in die internationale Debatte einzubringen und gleichzeitig Impulse für die Entwicklung der neuen österreichischen Strategie für lebensbegleitendes Lernen zu gewinnen. Die Themen Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe und Zugang zu Lernmöglichkeiten über die gesamte Lebensspanne hinweg werden dabei in den kommenden Jahren sowohl international als auch in Österreich weiter an Bedeutung gewinnen. [