Netzwerkbildung in der Erwachsenenbildung

19.07.2026 | EB in Österreich

Der im Springer-Verlag gerade erschienene Sammelband zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig, anspruchsvoll und zugleich unverzichtbar Netzwerkarbeit für die Erwachsenenbildung geworden ist. Die Autor*innen beleuchten das Thema aus theoretischer, bildungspolitischer, organisatorischer und praktischer Perspektive und machen deutlich, dass nachhaltige Kooperationen nur dort gelingen, wo Vertrauen, Dialogbereitschaft und gemeinsame Verantwortung aktiv gestaltet werden.

Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der Beiträge: Rudolf Egger regt dazu an, Netzwerke als Räume produktiver Auseinandersetzung und Innovation zu verstehen, Peter Härtel spannt den Bogen von philosophischen Grundlagen bis zu internationalen Rahmenbedingungen, Gerhard Bisovsky analysiert die Entwicklung österreichischer und europäischer Netzwerke und bringt dabei seine langjährige Erfahrung aus der Volkshochschularbeit ein, während Beate Gfrerer und Peter Schlögl mit dem Bildungshub Kärnten ein innovatives Modell interinstitutioneller Zusammenarbeit vorstellen. Weitere Beiträge zeigen die Bedeutung von Netzwerken für Bildungsgerechtigkeit, ländliche Entwicklung, Stakeholder-Management und erfolgreiche Organisationsentwicklung.

Gleichzeitig wird deutlich, dass die Volkshochschulen in diesem Diskurs eine besonders wichtige Rolle einnehmen. Die Beiträge von Gerhard Bisovsky, John Evers, Herbert Schweiger und Maria Gassner, Verena Meister sowie Stefan Fischnaller zeigen eindrucksvoll die Perspektive und Expertise der Volkshochschulen. Sie machen sichtbar, wie Volkshochschulmitarbeiter*innen Netzwerke nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten, weiterentwickeln und mit Leben erfüllen. Sie verbinden Bildungsinstitutionen, öffentliche Stellen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Lernende miteinander und schaffen dadurch Räume für Innovation, demokratische Teilhabe und lebenslanges Lernen. Ergänzt werden diese Perspektiven durch den internationalen Blick von Katharina Schwarz-Mrak, die die Bedeutung von Netzwerkarbeit anhand aktueller Entwicklungen in der Erwachsenenbildung und am Beispiel der Volkshochschulen verdeutlicht.

Der Sammelband würdigt damit die Leistungen vieler Akteur*innen der Erwachsenenbildung, zeigt aber besonders eindrucksvoll, welchen Beitrag engagierte Mitarbeiter:innen der Volkshochschulen für eine vernetzte, inklusive und zukunftsfähige Bildungslandschaft leisten. Gerade durch ihre Praxisnähe, ihre regionale Verankerung und ihre Offenheit für Kooperationen erweisen sich die Volkshochschulen als zentrale Motoren der Netzwerkbildung in Österreich und darüber hinaus. Die Publikation macht deutlich, dass viele der zukunftsweisenden Impulse für Kooperation, Qualitätsentwicklung und gesellschaftliche Teilhabe maßgeblich aus der Volkshochschulpraxis kommen und dort tagtäglich mit großem Engagement umgesetzt werden.