Nachbericht: „Der Wohlfahrtsstaat in der Budgetkrise – Wie kann die Politik noch gegensteuern?“
23.10.2026 | News aus den Landesverbänden
Zu einer hochaktuellen Diskussion über die Zukunft des österreichischen Wohlfahrtsstaates lud die Volkshochschule Bregenz nach Lustenau. Den Impulsvortrag hielt Dr. Michael Grabher, Direktor der VHS Bregenz, der die Herausforderungen steigender Staatsverschuldung, budgetärer Engpässe und gesellschaftlicher Transformationsprozesse skizzierte. Anschließend diskutierten Patrick Wiedl, Bürgermeister der Marktgemeinde Lustenau, Claudia Gamon, Klubobfrau und Landtagsabgeordnete, sowie Dr. John Evers, Generalsekretär des Verbands Österreichischer Volkshochschulen, Vorsitzender der ÖGfPB und der KEBÖ.
Im Zentrum der Debatte stand auch die Frage, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt, soziale Sicherheit und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit unter den Bedingungen knapper öffentlicher Mittel gewährleistet werden können. Während unterschiedliche Zugänge zur Budgetkonsolidierung diskutiert wurden, betonte John Evers insbesondere die Bedeutung von Bildung als zentrale Zukunftsinvestition. Er verwies darauf, dass ein moderner Wohlfahrtsstaat weit mehr sei als ein Reparaturbetrieb für soziale Probleme. Vielmehr müsse er Menschen befähigen, gesellschaftlich, beruflich und demokratisch teilzuhaben.
Evers hob hervor, dass Erwachsenenbildung gerade in Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche eine Schlüsselrolle spiele. Sie unterstütze Menschen dabei, neue Kompetenzen zu erwerben, den Wandel der Arbeitswelt zu bewältigen und aktiv am demokratischen Leben mitzuwirken. Gleichzeitig warnte er davor, bei Bildung und sozialer Infrastruktur kurzfristig zu sparen. Solche Einsparungen könnten langfristig höhere gesellschaftliche Kosten verursachen und den sozialen Zusammenhalt schwächen.
Einigkeit bestand darüber, dass Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Zivilgesellschaft für eine resiliente Demokratie unverzichtbar sind. Die Veranstaltung der VHS Bregenz machte deutlich: Die Zukunft des Wohlfahrtsstaates entscheidet sich nicht allein an Budgetzahlen, sondern daran, ob es gelingt, Teilhabe, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt nachhaltig zu stärken. (Bild: VHS Bregenz/Stiplovsek)