KEBÖ begrüßt Start der LLL-Strategie 2040

21.10.2026 | EB in Österreich

Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner: ”Bildung darf keine Frage des Alters oder der persönlichen Lebensumstände sein. Alle Menschen sollen die Chance haben, sich weiterzubilden, neue Fähigkeiten zu erwerben und neue Wege einzuschlagen. Dafür braucht es leistbare, niederschwellige Bildungsangebote und eine starke gemeinnützige Erwachsenenbildung, die Menschen in allen Lebensphasen erreicht.“

Mit dem Start des Prozesses zur neuen österreichischen Strategie für lebensbegleitendes Lernen (LLL-Strategie 2040) setzt die Bundesregierung ein wichtiges Signal für mehr Bildungsgerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe und Fachkräftesicherung. Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) begrüßt insbesondere, dass die gemeinnützige Erwachsenenbildung künftig noch stärker als gleichwertige Säule des Bildungssystems verankert werden soll.

Der Handlungsbedarf ist groß: Millionen Erwachsene stehen vor Herausforderungen bei Grundkompetenzen, digitalen Fähigkeiten oder der Anpassung an sich wandelnde Anforderungen am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig verändern Digitalisierung, demografischer Wandel und Fachkräftebedarf die Anforderungen an Bildung grundlegend. Lebensbegleitendes Lernen wird damit zu einer zentralen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zukunftsaufgabe.

Für die KEBÖ ist besonders bedeutsam, dass die Bundesregierung die Rolle der gemeinnützigen Erwachsenenbildung ausdrücklich hervorhebt. Bildungsangebote müssen leistbar, niederschwellig und in allen Regionen des Landes zugänglich sein. Nur so können Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Bildungsbiografie oder Lebenssituation an Weiterbildung teilhaben und ihre Chancen auf gesellschaftliche und berufliche Entwicklung nutzen.

Die Einrichtungen der KEBÖ leisten hierzu seit Jahrzehnten einen unverzichtbaren Beitrag. Sie eröffnen Bildungswege außerhalb formaler Bildungseinrichtungen, stärken Grundkompetenzen, fördern digitale und sprachliche Fähigkeiten, unterstützen die gesellschaftliche Integration und begleiten Menschen bei beruflichen Neuorientierungen und Qualifizierungen. Damit erreichen sie Zielgruppen, die von klassischen Bildungsangeboten oft nur schwer angesprochen werden.

Besonders positiv bewertet die KEBÖ das klare Bekenntnis der Bundesregierung, Erwachsenenbildung als gleichwertigen Teil des Bildungssystems zu stärken. Dieser Ansatz trägt der Realität moderner Bildungsbiografien Rechnung. Lernen endet nicht mit dem Schul- oder Hochschulabschluss, sondern begleitet Menschen während ihres gesamten Lebens. Erwachsenenbildung schafft die dafür notwendigen Zugänge und Rahmenbedingungen.

Ein wichtiger Schwerpunkt des angekündigten Strategieprozesses liegt zudem auf der besseren Abstimmung und Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungsbereichen. Aus Sicht der KEBÖ ist dies eine wesentliche Voraussetzung dafür, Bildungswege flexibler zu gestalten und Übergänge zwischen Schule, Berufsausbildung, Hochschule und Erwachsenenbildung zu erleichtern. Bildungsbereiche dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen als Teile eines gemeinsamen Bildungsraums verstanden werden, die einander ergänzen und stärken.

Ebenso hervorzuheben ist die Verknüpfung von Weiterbildung und Fachkräftesicherung. Die Bewältigung technologischer Veränderungen, der Einsatz neuer digitaler Technologien und der steigende Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften machen kontinuierliche Weiterbildung zu einem entscheidenden Standortfaktor. Erwachsenenbildung trägt dazu bei, Menschen für neue Anforderungen zu qualifizieren und Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen.

Die KEBÖ sieht im Start der LLL-Strategie 2040 eine große Chance, die Bedeutung der Erwachsenenbildung für Österreich langfristig sichtbar zu machen und strukturell zu stärken. Entscheidend wird nun sein, dass den formulierten Zielen konkrete Maßnahmen, verlässliche Rahmenbedingungen und eine nachhaltige Finanzierung folgen.

Lebensbegleitendes Lernen ist keine Ergänzung des Bildungssystems, sondern eine zentrale Voraussetzung für soziale Teilhabe, wirtschaftliche Entwicklung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die KEBÖ wird den Strategieprozess konstruktiv begleiten und ihre Expertise einbringen, damit Bildung in allen Lebensphasen für alle Menschen in Österreich zugänglich bleibt.