Erwachsenenbildung in den Medien: Beitrag von John Evers in den Hessischen Blättern für Volksbildung

15.09.2026 | EB in Europa

In der aktuellen Ausgabe der Hessischen Blätter für Volksbildung, der traditionsreichen Fachzeitschrift der deutschen Erwachsenenbildung, steht das Schwerpunktthema „Erwachsenenbildung in den Medien“ im Mittelpunkt.

Mit einem eigenen Beitrag ist auch John Evers, Generalsekretär des Verbands Österreichischer Volkshochschulen (VÖV), vertreten. Unter dem Titel „Bildung für Alle“ beschreibt er die Entstehung, Ziele und Erfahrungen rund um die ORF-III-Dokumentation zur Geschichte der österreichischen Volkshochschulen.

Im Beitrag wird deutlich, warum mediale Sichtbarkeit für die Erwachsenenbildung weit mehr ist als Öffentlichkeitsarbeit. Die Dokumentation versteht sich als Beitrag zur gesellschaftlichen Erinnerung, zur Stärkung der demokratischen Bildungsarbeit und zur Sichtbarmachung jener Menschen und Institutionen, die seit mehr als einem Jahrhundert für einen niederschwelligen Zugang zu Bildung eintreten.

Zugleich wird gezeigt, dass Volkshochschulen historisch eng mit demokratischen Entwicklungen verbunden sind. Die Dokumentation zeichnet nicht nur Erfolge nach, sondern thematisiert auch die Brüche und Gefährdungen der Erwachsenenbildung in Zeiten von Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Gerade dadurch wird deutlich, dass Bildung, Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe nicht selbstverständlich sind.

Evers betont darüber hinaus die Bedeutung öffentlich-rechtlicher Medien für die Vermittlung von Bildungsgeschichte und Bildungswerten. Die Zusammenarbeit von ORF, Wissenschaft und Erwachsenenbildung habe gezeigt, wie komplexe historische und gesellschaftliche Themen einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden können.

Die Veröffentlichung unterstreicht damit die wachsende Bedeutung der Frage, wie Erwachsenenbildung in einer sich wandelnden Medienlandschaft sichtbar bleibt und ihre gesellschaftliche Relevanz öffentlich vermitteln kann. Der Beitrag versteht sich zugleich als Plädoyer für eine stärkere Präsenz der Erwachsenenbildung in Medien, Öffentlichkeit und gesellschaftlichen Debatten.

Die Ausgabe versammelt darüber hinaus eine Reihe weiterer spannender Beiträge:

  • Anke Grotlüschen und Kim Laura Pedersen analysieren die internationale Medienberichterstattung rund um die PIAAC-Studie und zeigen, dass Erwachsenenbildung in öffentlichen Debatten häufig unterrepräsentiert bleibt, selbst wenn Kompetenzdefizite Erwachsener ausführlich diskutiert werden.

  • Ingrid Schöll untersucht die mediale Wahrnehmung der Erwachsenenbildung im Zeitalter von Social Media, KI und Aufmerksamkeitsökonomie. Sie beschreibt die Herausforderungen gemeinwohlorientierter Bildungseinrichtungen zwischen klassischer Pressearbeit, digitalen Plattformen und neuen Marketinganforderungen.

  • Lars Gräßer und Aycha Riffi zeichnen die Geschichte des Grimme-Instituts nach und zeigen, wie eng Medienbildung, Demokratiebildung und Erwachsenenbildung seit Jahrzehnten miteinander verbunden sind. Der Beitrag reicht von den Anfängen des Bildungsfernsehens bis zu aktuellen Herausforderungen durch Digitalisierung, Desinformation und Künstliche Intelligenz.

  • Steffen Wachter blickt auf die Geschichte des Funkkollegs zurück, eines der bedeutendsten deutschsprachigen Bildungsformate im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der Beitrag zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial mediengestützte Erwachsenenbildung entfalten kann und welche Verluste durch das Ende des Formats entstanden sind.

  • Dirk Pohl schildert am Beispiel der Volkshochschule Buxtehude, wie sich Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Medienstrategien von Volkshochschulen unter den Bedingungen digitaler Medien verändern.

  • Franziska Bellinger widmet sich politischer Medienbildung auf TikTok und zeigt anhand eines Forschungsprojekts, wie Jugendliche und junge Erwachsene im Umgang mit antifeministischen und demokratiegefährdenden Inhalten gestärkt werden können.

Gemeinsam machen die Beiträge deutlich, dass Erwachsenenbildung heute nicht nur Bildungsangebote organisiert, sondern sich auch im Wettbewerb um öffentliche Aufmerksamkeit, digitale Sichtbarkeit und gesellschaftliche Resonanz behaupten muss. Die Ausgabe zeigt zugleich eindrucksvoll, dass Medienbildung, politische Bildung, Demokratiebildung und Erwachsenenbildung im digitalen Zeitalter enger zusammengehören denn je.