Erwachsenenbildung im Fokus europäischer Politik

06.07.2026 | EB in Europa

Die Erwachsenenbildung rückt auf europäischer Ebene weiter in den Mittelpunkt. Ein sichtbares Zeichen dafür ist die Einrichtung des neuen European Skills High Level Board. Das Beratungsgremium der Europäischen Kommission soll Arbeitsmarktentwicklungen beobachten, künftige Qualifikationsbedarfe identifizieren und Empfehlungen für die europäische Kompetenzpolitik formulieren. Der Fokus liegt dabei auf der Bekämpfung des Fachkräftemangels sowie der Stärkung von Aus- und Weiterbildung in Europa.

Zugleich haben das Europäische Parlament, der Rat der Europäischen Union und die Europäische Kommission mit der gemeinsamen Erklärung „Europe for Culture, Culture for Europe“ die Bedeutung von Kultur, Kunst und Bildung für die Zukunft Europas bekräftigt. Besonders hervorgehoben werden die Verbindungen zwischen formaler, non-formaler und informeller Bildung sowie die Rolle von Kreativität und kultureller Teilhabe für gesellschaftliche Entwicklung.

Große Aufmerksamkeit gilt derzeit auch den Verhandlungen zum nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union (MFF) für 2028–2034. Die European Association for the Education of Adults (EAEA) hat dazu die Kampagne „Cuts Cost More – Protect Erasmus+, ESF+ and invest in people“ gestartet. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Mittel für Erasmus+ im künftigen EU-Budget nicht ausreichend steigen und damit wichtige Investitionen in Bildung und Erwachsenenbildung gefährdet werden könnten.

Seit Juli hat zudem Irland die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union übernommen. Die irische Präsidentschaft setzt Schwerpunkte in den Bereichen Demokratie, gesellschaftliche Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. Daraus ergeben sich wichtige Anknüpfungspunkte für die Erwachsenenbildung, etwa bei politischer Bildung, Medienkompetenz, digitaler Teilhabe sowie der Förderung von demokratischem Engagement.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen: Erwachsenenbildung wird in Europa zunehmend als Schlüssel zur Bewältigung wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und demokratischer Herausforderungen verstanden. Gleichzeitig bleibt die Aufgabe, ihre Bedeutung nicht nur für den Arbeitsmarkt, sondern auch für gesellschaftlichen Zusammenhalt, aktive Bürgerschaft und Lebensqualität sichtbar zu machen.