Bildung im Alter: Ergebnisse einer internen Erhebung der Volkshochschulen

24.06.2026 | VÖV

Die Volkshochschulen leisten einen zentralen Beitrag zur Bildungsbeteiligung im Alter – und dieser gewinnt angesichts des demografischen Wandels zunehmend an Bedeutung. Eine umfassende interne Erhebung des Verbands Österreichischer Volkshochschulen sowie Rückmeldungen der Landesverbände zeigen nun erstmals ein detailliertes Bild darüber, wie intensiv Menschen über 70 Jahre die Angebote nutzen und welche Rolle die VHS für ihre Lebensqualität spielen.

Demnach verzeichnen die Volkshochschulen österreichweit rund 57.000 Teilnahmen von über 70‑Jährigen pro Jahr. Das entspricht einem Anteil von 8,5 Prozent aller Kurs- und Veranstaltungsbesuche. Gleichzeitig wächst diese Altersgruppe stark: Seit 2002 ist die Zahl der über 70‑Jährigen in der Bevölkerung deutlich gestiegen, und auch ihre Bildungsbeteiligung nimmt langfristig zu. Dennoch bleibt sie gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil weiterhin unterrepräsentiert – ein klares Signal für weiteres Entwicklungspotenzial.

Die interne Erhebung macht deutlich, dass die Volkshochschulen älteren Menschen weit mehr als klassische Weiterbildung bieten: Sie schaffen Räume für soziale Teilhabe, Gesundheit und digitale Selbstständigkeit. Besonders gefragt sind Kurse in den Bereichen Gesundheit und Bewegung, die rund 42 Prozent der Angebote für diese Zielgruppe ausmachen. Dazu zählen etwa Gymnastik, Yoga oder präventive Angebote wie Sturzprävention, die einen wichtigen Beitrag zu einem selbstbestimmten Leben im Alter leisten.

Ebenfalls von großer Bedeutung sind Sprachkurse sowie Angebote zur kulturellen Bildung und kreativen Entfaltung. Auffällig ist zudem die steigende Nachfrage nach digitalen Kompetenzen: Smartphone‑, Internet- und KI-Kurse sind in allen Bundesländern im Trend und unterstützen ältere Menschen dabei, am gesellschaftlichen und digitalen Leben aktiv teilzunehmen. Gerade hier zeigt sich die besondere Stärke der Volkshochschulen als niederschwellige Bildungsanbieter.

Die differenzierte Auswertung der Landesverbände verdeutlicht zudem regionale Besonderheiten: Während etwa in Wien ein besonders großes Angebot mit hunderten Senior*innenkursen besteht, setzen andere Bundesländer verstärkt auf Kleingruppenformate, Exkursionen oder alltagsnahe digitale Schulungen. Diese Vielfalt ermöglicht es, gezielt auf unterschiedliche Bedürfnisse einzugehen.

Diese Rolle der Volkshochschulen wird auch im aktuellen Schwerpunkt „Bereit für den Wandel – VHS macht Zukunft“ sichtbar. Die Einrichtungen begleiten Menschen aktiv durch die großen Veränderungen unserer Zeit – vom digitalen über den sozialen bis hin zum ökologischen Wandel. Gerade für ältere Menschen schaffen sie damit konkrete Zugänge zu jenen Kompetenzen, die für ein selbstbestimmtes Leben in einer sich wandelnden Gesellschaft notwendig sind. Sie fördern Gemeinschaft, ermöglichen Austausch und stärken das Vertrauen, sich auch neuen Entwicklungen offen zu stellen.

Insgesamt belegt die interne Erhebung eindrucksvoll: Die Volkshochschulen sind ein unverzichtbarer Akteur für Bildung im Alter. Sie fördern nicht nur Wissenserwerb, sondern auch Gesundheit, soziale Einbindung und gesellschaftliche Teilhabe. Angesichts einer weiter wachsenden älteren Bevölkerung kommt ihnen damit eine Schlüsselrolle in einer inklusiven, chancengerechten und zukunftsorientierten Bildungslandschaft zu – bereit für den Wandel und im Dienst der Menschen.