VÖV-Generalsekretär in den ORF-Stiftungsrat gewählt

17.09.2026 | VÖV

VÖV-Generalsekretär John Evers wurde in der heutigen Sitzung des ORF-Publikumsrates einhellig in den ORF-Stifungsrats gewählt. Evers wird im ORF-Stiftungsrat für einen starken, unabhängigen und gemeinwohlorientierten ORF eintreten, der Demokratie, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt aktiv stärkt.

Ein zentraler Schwerpunkt ist die starke und weitere Verankerung des ORF als Teil der demokratischen Infrastruktur Österreichs. Der ORF soll nicht nur informieren, sondern Orientierung bieten, gesellschaftliche Verständigung ermöglichen und die Voraussetzungen für aktive demokratische Teilhabe schaffen. Demokratie, Menschenrechte, Pluralismus und die Gleichwertigkeit aller Menschen bilden dabei den normativen Rahmen seines Handelns.

Besondere Bedeutung misst Evers dem Bildungsauftrag des ORF bei. Bildung, Wissenschaft, Kultur, politische Bildung, Geschichte, Medienkompetenz und Demokratiebildung gehören aus seiner Sicht zum Kern des öffentlich-rechtlichen Auftrags. Der ORF soll Wissen verständlich aufbereiten, lebensbegleitendes Lernen fördern und Menschen aller Altersgruppen erreichen. Gerade in einer Zeit rascher technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen braucht es verlässliche Informations- und Bildungsangebote, die Orientierung schaffen und fundierte Entscheidungen ermöglichen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von Medien-, Informations- und KI-Kompetenz. Angesichts von Desinformation, sozialen Medien und künstlicher Intelligenz sollen Menschen befähigt werden, Informationen kritisch zu bewerten, Quellen einzuordnen und digitale Technologien verantwortungsvoll zu nutzen. Der ORF soll hierfür verstärkt Faktenchecks, Erklärformate, Wissenschaftskommunikation und Angebote zur Einordnung digitaler Entwicklungen bereitstellen.

Evers setzt sich zudem für eine umfassende Darstellung gesellschaftlicher Vielfalt ein. Der ORF soll die unterschiedlichen sozialen, kulturellen, sprachlichen und regionalen Lebensrealitäten in Österreich sichtbar machen. Dazu gehören Volksgruppen ebenso wie Menschen mit Migrationsgeschichte, unterschiedliche Generationen und verschiedene soziale Lebenslagen. Vielfalt bedeutet für ihn zugleich Repräsentation, Teilhabe und gegenseitiges Verständnis.

Große Bedeutung hat auch die Förderung von Dialog und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Der ORF soll Räume schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven respektvoll aufeinandertreffen und demokratische Debatten geführt werden können. Insbesondere in Zeiten zunehmender Polarisierung sieht Evers den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Verantwortung, Austausch, Verständigung und Beteiligung zu fördern.

Darüber hinaus tritt er für eine starke Rolle des ORF als Wissens- und Bildungsinfrastruktur ein. Wissenschaftsvermittlung, Gesundheitsbildung, Nachhaltigkeit, Zukunftsfragen sowie die verständliche Erklärung technologischer Entwicklungen sollen ausgebaut werden. Bildung und Wissen dürfen nicht als Randthemen behandelt werden, sondern müssen dauerhaft sichtbar und attraktiv im Programm verankert sein.

Schließlich wird Evers die Unabhängigkeit des ORF als zentrale Voraussetzung für dessen Auftrag vertreten. Eine stabile und langfristig abgesicherte Finanzierung ist notwendig, damit Qualitätsjournalismus, Bildung, Kultur, Wissenschaft sowie regionale Berichterstattung unabhängig von kurzfristigen politischen Interessen gewährleistet werden können.

Insgesamt steht John Evers für einen ORF, der Vertrauen durch Qualität schafft, demokratische Öffentlichkeit stärkt, Bildungs- und Medienkompetenz fördert, gesellschaftliche Vielfalt sichtbar macht und als unabhängige Institution einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der österreichischen Demokratie leistet.