Highlights der VÖV-Arbeit im zweiten Quartal 2026

07.07.2026 | VÖV

Das zweite Quartal 2026 stand für den Verband Österreichischer Volkshochschulen (VÖV) ganz im Zeichen seines Engagements für Bildung, Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe. Mit zahlreichen öffentlichen Beiträgen, Veranstaltungen, Publikationen und Initiativen brachte der VÖV zentrale Anliegen der Erwachsenenbildung in politische und gesellschaftliche Debatten ein. Hier ein Auszug:

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Rolle von Bildung für Demokratie und Medienkompetenz. In einem Kurier-Kommentar, betonte VÖV-Generalsekretär und ORF-Publikumsrat John Evers, dass eine nachhaltige Reform des ORF nur gelingen könne, wenn neben organisatorischen Fragen auch die Stärkung einer informierten und kritischen Öffentlichkeit berücksichtigt werde. Die Erwachsenenbildung sei dabei eine unverzichtbare Partnerin für demokratische Teilhabe.

Mit dem Strategiepapier „Zukunft Lernen“, legte die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) unter Vorsitz des VÖV im Mai einen umfassenden Beitrag zur Weiterentwicklung des lebensbegleitenden Lernens in Österreich vor. Das Papier setzt Schwerpunkte bei Basisbildung, Digitalisierung, Demokratiebildung und gesellschaftlicher Transformation und positioniert die Erwachsenenbildung als zentrale Partnerin bei der Entwicklung einer neuen nationalen LLL-Strategie.

Auch die Bedeutung von Bildung als gesamtgesellschaftliche Zukunftsaufgabe wurde öffentlich thematisiert. In einem Gastkommentar in der Kleinen Zeitung verwies der VÖV auf die Notwendigkeit, Bildung als zusammenhängendes System zu betrachten und langfristig verlässliche Finanzierungsgrundlagen für alle Bildungsbereiche sicherzustellen. Die Erwachsenenbildung könne dabei Räume für gesellschaftlichen Dialog und demokratische Diskussionen schaffen.

Einen wichtigen fachlichen Impuls setzte zudem die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift „Österreichische Volkshochschule (ÖVH)“, die sich dem Schwerpunktthema „Vulnerabilitäten“ widmete. Die Beiträge zeigen auf, wie sich gesellschaftliche Verwundbarkeiten auf Bildungsbeteiligung und Teilhabe auswirken und welche Strategien Volkshochschulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen entwickeln können, um vulnerable Gruppen besser zu erreichen und zu unterstützen. Damit griff die ÖVH ein hochaktuelles Thema auf und leistete einen wichtigen Beitrag zur fachlichen Weiterentwicklung der Erwachsenenbildung.

Auch im Bereich der Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Akteurinnen der Erwachsenenbildung wurden wichtige Akzente gesetzt. Dazu gehörten unter anderem das Online-Seminar „Antisemitismus – Gesellschaftliche Herausforderung und pädagogisches Handeln“ mit Axel Schacht, ein Austauschforum zur Entwicklung von Social-Media-Strategien unter dem Titel „Sommerloch adé!“, das Seminar „Yoga und Meditation – zwischen Esoterik und Wissenschaftlichkeit“ sowie der gemeinsam mit dem Demokratiezentrum Wien angebotene Demokratie-MOOC, der Erwachsenenbildner*innen und Interessierten einen niederschwelligen Zugang zu demokratiepolitischer Bildung ermöglicht.

Im Bereich der Basisbildung Erwachsener setzte der VÖV ebenfalls wichtige Akzente. In einem Interview mit KroneTV im Juni räumten wir mit Vorurteilen gegenüber Menschen mit geringen Grundkompetenzen auf und machte auf die gesellschaftliche Bedeutung von Basisbildung aufmerksam. Diese Themen wurden auch bei der von der Burgenländischen Konferenz der Erwachsenenbildung organisierten PIAAC-Veranstaltung in Eisenstadt aufgegriffen, bei der unter Beteiligung des VÖV aktuelle Studienergebnisse zur Kompetenzentwicklung Erwachsener diskutiert wurden.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Erinnerungs- und Demokratiebildung. Bei der Konferenz „Gedenken neu denken“ im österreichischen Parlament im Juni brachten Vertreter*innen des VÖV und der Volkshochschulen ihre Expertise in der Entwicklung neuer Lernformate ein. Die Veranstaltung machte deutlich, welche wichtige Rolle die Erwachsenenbildung bei der Förderung von Demokratie, Zivilcourage und kritischem Denken spielt.

Mit einer österreichweiten Erhebung zur Bildungsbeteiligung älterer Menschen an Volkshochschulen setzte der VÖV zudem ein starkes Zeichen für Bildung im Alter. Die Ergebnisse, veröffentlicht über die VÖV-Kommunikation, zeigen rund 57.000 jährliche Teilnahmen von Menschen über 70 Jahren an VHS-Angeboten. Besonders gefragt sind Gesundheits-, Sprach- und Digitalkurse, die soziale Teilhabe, Selbstständigkeit und Lebensqualität fördern.

Ein Höhepunkt des Quartals war die Verleihung der 58. Fernsehpreise der Erwachsenenbildung. Die ausgezeichneten Produktionen verdeutlichten die Bedeutung von Qualitätsjournalismus, Wissenschaftsvermittlung und kultureller Bildung für Medienkompetenz und demokratischen Diskurs. In diesem Zusammenhang mahnte die KEBÖ bessere Rahmenbedingungen für unabhängigen Qualitätsjournalismus ein.

Zum Abschluss des Quartals brachte sich der VÖV auch in die integrationspolitische Debatte ein. In einem Kommentar im STANDARD (27./28. Juni 2026) kritisierte John Evers die verkürzte Diskussion über Integrationsprüfungen und verwies auf strukturelle Hindernisse wie mangelnde Kursangebote, unsichere Lebensverhältnisse und fehlende Praxis. Nachhaltige Integration erfordere bessere Rahmenbedingungen und kontinuierliche Bildungsangebote.

Insgesamt zeigte das zweite Quartal 2026 eindrucksvoll, wie der VÖV und die österreichischen Volkshochschulen als starke Stimme für lebensbegleitendes Lernen, demokratische Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt wirken – in den Medien, in der Bildungslandschaft und im öffentlichen Diskurs.