Neue Forba-Studie unterstreicht Bedeutung niederschwelliger Zugänge

22.06.2026 | EB in Österreich

Eine aktuelle Studie zur kulturellen Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund in Österreich liefert eine klare und für die Volkshochschulen äußerst positive Botschaft: Kulturelle Teilhabe ist bereits breit verankert. Rund 85 % nutzen kulturelle Angebote – auf einem Niveau vergleichbar mit der Gesamtbevölkerung. Für die öffentliche Hand ergibt sich daraus eine wichtige strategische Perspektive: Es geht weniger um Aktivierung, sondern um die gezielte Stärkung bestehender Potenziale. Volkshochschulen können auf ein hohes Interesse aufbauen und ihre Rolle als zentrale Orte der kulturellen Bildung und Verständigung weiter ausbauen. Besonders deutlich wird, wo öffentliche Unterstützung ansetzen sollte. Niederschwellige Zugänge sind entscheidend: Leistbare Preise, klare und verständliche Information sowie mehrsprachige Angebote erhöhen nachweislich die Teilnahme. Hier braucht es verlässliche Rahmenbedingungen – etwa durch gezielte Förderungen, die soziale Durchlässigkeit und bessere Erreichbarkeit ermöglichen. Ebenso wichtig ist die Weiterentwicklung der Kommunikation. Persönliche Empfehlungen und digitale Kanäle gewinnen stark an Bedeutung. Volkshochschulen benötigen daher Unterstützung beim Ausbau zeitgemäßer Anspracheformen und entsprechender Kompetenzen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Repräsentation. Diversität in Programmen, beim Lehrpersonal und in der Ansprache stärkt die Identifikation mit dem Angebot. Für die öffentliche Hand bedeutet das, entsprechende Entwicklungsprozesse strukturell zu ermöglichen und langfristig abzusichern. Besonders hervorzuheben ist die integrationspolitische Wirkung kultureller Bildung. Diese entsteht vor allem dann, wenn Kulturangebote begleitet, erklärt und reflektiert werden. Genau hier liegt eine Kernkompetenz der Volkshochschulen: Sie machen Kultur nicht nur zugänglich, sondern übersetzen sie in Bildung und gesellschaftliche Verständigung. Daraus ergibt sich ein klarer Förderauftrag: die systematische Verbindung von Sprach- und kultureller Bildung. Formate wie Deutschkurse mit kulturellen Exkursionen oder dialogische Kulturangebote sind zentrale Zukunftsmodelle und sollten gezielt gestärkt werden. Insgesamt bestätigt die Studie die Volkshochschulen als wesentliche Partner der öffentlichen Hand – als Orte, die kulturelle Teilhabe in Bildung, Zugehörigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt übersetzen.