„Gedenken neu denken“ – VHS-Expertise für eine lebendige Erinnerungskultur im Parlament

19.06.2026 | VHS

Am 19. Juni 2026 fand im Parlament die Konferenz „Gedenken neu denken“ des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Erinnerung an den Holocaust unter den Bedingungen digitaler Transformation und gesellschaftlicher Veränderungen zeitgemäß gestaltet werden kann. Für den Verband Österreichischer Volkshochschulen (VÖV) nahmen Barbara Brunmair (VÖV), Nikolaus Ecker (Wiener VHS) und John Evers (VÖV) teil und brachten die Perspektive der Erwachsenenbildung aktiv in die Diskussion ein. Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Volkshochschulen als Host der Session „Neue Lernformate“, in der gemeinsam mit Expert*innen neue Ansätze entwickelt wurden, wie Bildungsarbeit Erinnerung lebendig hält und Menschen zu Haltung sowie Zivilcourage befähigt. Ein besonderer Dank gilt dem Zweiten Nationalratspräsidenten Peter Haubner für die Einladung und die Möglichkeit, sich in diesem wichtigen Rahmen aktiv einzubringen und die Perspektiven der Erwachsenenbildung sichtbar zu machen.

Die Konferenz machte deutlich: Gedenken ist heute weit mehr als Rückblick auf die Vergangenheit. Es ist ein aktiver Beitrag zur demokratischen Kultur und zur Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Gerade angesichts von Antisemitismus, Geschichtsverzerrung im digitalen Raum und zunehmender Polarisierung braucht es Bildungsangebote, die Orientierung geben und zum kritischen Denken anregen.

Hier leisten die Volkshochschulen einen unverzichtbaren Beitrag. Als offene und niederschwellige Bildungsorte erreichen sie unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen und schaffen Räume für Austausch, Reflexion und gemeinsames Lernen. Die VHS bringt ihre besondere Stärke in der Entwicklung innovativer Formate ein, die Wissen mit persönlicher Erfahrung verbinden und Menschen zur aktiven Teilhabe ermutigen.

Die Teilnahme von Barbara Brunmair, Nikolaus Ecker und John Evers als Exper*innen unterstreicht den Anspruch der Volkshochschulen, diese Themen aktiv mitzugestalten und sich an neuen Kooperationen zu beteiligen. Die Konferenz bot dafür einen wichtigen Impuls: In interaktiven Formaten wurden Ideen entwickelt, bestehende Ansätze weitergedacht und neue Wege für eine zeitgemäße Erinnerungskultur skizziert.

Für den VÖV steht fest: Eine lebendige Kultur des Erinnerns braucht starke Partner*innen in der Erwachsenenbildung. Volkshochschulen können Brücken schlagen – zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Wissen und Engagement. Diesen Auftrag werden wir auch in Zukunft aktiv weiterverfolgen.