Union of skills: Basisbildung und transversale Kompetenzen im Fokus

29.05.2026 | EB in Europa

Die Fachtagung Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps am 29. Mai stand stark im Zeichen der „Union of Skills“. Aus Sicht der Erwachsenenbildung waren insbesondere die beiden Keynotes bemerkenswert.

Stefaan Hermans (European Commission) betonte die zentrale Bedeutung von Basiskompetenzen und bezeichnete Defizite in diesem Bereich als „systemisches Risiko“. Zugleich hob er die Schlüsselrolle der Unterrichtenden hervor, die jedoch zunehmend durch administrative Aufgaben in ihrer eigentlichen Arbeit eingeschränkt werden.

Martin Noack (Bertelsmann Stiftung) richtete den Blick auf „Future Skills“ für den Arbeitsmarkt von morgen. Auf Basis des ESCO-1.1-Kompetenzmodells zeigte er, dass sich Future Skills vor allem auf überfachliche Kompetenzen konzentrieren. Von insgesamt 95 Kompetenzen wurden 26 diesem Bereich zugeordnet und mit 47 Millionen Stellenanzeigen in Deutschland abgeglichen. Besonders stark nachgefragt sind Einsatzbereitschaft (52 %), Teamfähigkeit (41 %), Selbstständigkeit (33 %) und kritisches Denken (20 %). Dynamisch wächst zudem die Bedeutung von Einfühlungsvermögen. Weitere häufig genannte Anforderungen – wenn auch außerhalb des engeren Kompetenzrahmens – sind Deutschkenntnisse sowie Verlässlichkeit und Sorgfalt (jeweils rund 25 %).

Grundsätzlich gilt: Mit steigendem Anforderungsniveau gewinnen überfachliche Kompetenzen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig zeigt sich, dass sie insgesamt quer über alle Qualifikationsniveaus hinweg wichtiger werden. Besonders konstant an der Spitze stehen Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit und Selbstständigkeit.

Die gemeinnützige Erwachsenenbildung kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Sie bietet niederschwellige Lernräume, in denen genau diese überfachlichen Kompetenzen gezielt entwickelt und gestärkt werden können. Ergebnisse der BELL-Studie (Benefits of Lifelong Learning) zeigen zudem, dass Erwachsenenbildung nicht nur fachliche Fähigkeiten verbessert, sondern auch Selbstvertrauen, soziale Kompetenzen und gesellschaftliche Teilhabe fördert – und damit genau jene Future Skills stärkt, die am Arbeitsmarkt und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zunehmend an Bedeutung gewinnen. (Bild:  © European Union)