Für das Leben lernen: Diskussionsveranstaltung mit Ministerin Holzleitner

30.01.2026 | VÖV

Hochkarätige Diskussion beleuchtet Erfolge, Herausforderungen und die Zukunft des lebensbegleitenden Lernens

Unter dem Titel „Für das Leben lernen ... Alltagskompetenzen von Erwachsenen auf dem Prüfstand. Pionierinnen der Volksbildung“ versammelten sich am 29. Jänner Expert:innen, Bildungsverantwortliche und Interessierte in der VHS Ottakring. Die von den Wiener Volkshochschulen und dem Verband Österreichischer Volkshochschulen (VÖV) organisierte Veranstaltung bot eine Plattform, um die Bedeutung der Erwachsenenbildung für Demokratie, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu diskutieren.

Erwachsenenbildung als Stabilisator der Demokratie

Die Veranstaltung machte deutlich: Erwachsenenbildung ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Aktuelle Studien wie PIAAC zeigen, dass sich der Anteil der Erwachsenen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt hat – auf 29 %. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, niederschwellige und zukunftsorientierte Bildungsangebote auszubauen.

Anke Grotlüschen, Professorin für Lebenslanges Lernen an der Universität Hamburg, verwies auf die zentrale Rolle von Grundkompetenzen: Ohne Lesen, Schreiben und Rechnen könne demokratische Teilhabe nicht gelingen. Elke Gruber, Bildungswissenschaftlerin an der Universität Graz, skizzierte die Erfolgsgeschichte der Erwachsenenbildung in Österreich. Projekte wie die Weiterbildungsakademie (wba) seien Leuchttürme, die zeigten, was möglich sei. Gleichzeitig betonte sie, dass die Leistungen der Erwachsenenbildung noch viel stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken müssten – denn was oft im Verborgenen wirke, verdiene mehr Anerkennung und Sichtbarkeit.

Demokratie lernen – eine gemeinsame Aufgabe

Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, hob die Rolle der Volkshochschulen als Orte der Chancengerechtigkeit hervor: "Volkshochschulen stehen für Bildung für alle. Sie stärken Chancengerechtigkeit, demokratische Teilhabe und den gesellschaftlichen Zusammenhalt."  

John Evers, Generalsekretär des VÖV, forderte eine gemeinsame Bildungsstrategie und erneuerte die Forderung nach 1 % des Bildungsbudgets für die Erwachsenenbildung: "Die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte zeigen, was möglich ist, wenn Politik und die Einrichtungen der gemeinnützigen Erwachsenenbildung auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Wir brauchen jetzt erneut eine gemeinsame Strategie, damit tatsächlich alle Menschen in Österreich den gemeinsamen sozialen, ökologischen und digitalen Wandel bewältigen können."

Die Veranstaltung endete mit einem klaren Appell: Erwachsenenbildung braucht mehr Sichtbarkeit, politische Unterstützung und nachhaltige Finanzierung. Die Volkshochschulen stehen bereit, ihre Rolle als Motor für Bildungsgerechtigkeit weiter auszubauen – für eine demokratische, inklusive und zukunftsfähige Gesellschaft.