Blue Monday: Millionen Menschen fühlen sich einsam – Bildung kann verbinden
19.01.2026 | VÖV
Einsamkeit rückt rund um den „Blue Monday“, den traurigsten Tag des Jahres, verstärkt in den medialen Fokus – und bleibt im Alltag dennoch oft unsichtbar. 1,8 Millionen Menschen in Österreich fühlen sich zumindest gelegentlich einsam, fast jede*r Zehnte ist meist einsam, fand die Statistik Austria 2025 heraus. Besonders deutlich zeigt sich dabei eine soziale Schieflage: Einsamkeit trifft nicht alle gleich, sondern verstärkt bestehende Ungleichheiten.
Eine OECD-Studie (2025) zeigt: Einsamkeit macht krank, schwächt soziale Teilhabe und nimmt weiter zu. Gleichzeitig wirken soziale Beziehungen nachweislich positiv auf Gesundheit, Wohlbefinden und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Genau hier setzt Erwachsenenbildung an. In der BeLL-Studie geben 77 % der Teilnehmenden an, seit dem Kursbesuch mehr Menschen zu treffen, 80 % sind stärker sozial eingebunden und 82 % fühlen sich glücklicher.
"Einsamkeit ist kein Randphänomen mehr, sondern betrifft bis zu 1,8 Millionen Menschen - eine stille soziale Krise. Für uns Volkshochschulen ist in diesem Zusammenhang klar: Bildung ist mehr als Wissensvermittlung – sie schafft Begegnung, Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Jede Kursgruppe, jedes Gespräch in der Pause, jede gemeinsame Lernerfahrung kann auch ein Gegenmittel gegen Einsamkeit sein. Wichtig: Menschen, denen es finanziell nicht gut geht, sind von Einsamkeit besonders betroffen. Auch deshalb ist es notwendig, Volkshochschulen ausreichend zu fördern, damit wir weiter hochqualitative Angebote auch für die schmale Geldbörse zur Verfügung stellen können", so VÖV-Generalsekretär John Evers.