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Geschichte und Grundsätze


Die österreichischen Volkshochschulen können auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblicken. Die Volkshochschulen gehen auf Gründungen in Krems an der Donau 1885 und Wien 1887 zurück. Bis in die Zwischenkriegszeit lag der Schwerpunkt der Volkshochschultätigkeit in Wien. Zahlreiche bedeutende Wissenschaftler haben sich der Volksbildungsarbeit angenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sie sich bald in ganz Österreich entwickelt und 1950 wurde der Verband österreichischer Volkshochschulen gegründet.

Die Volkshochschule versteht sich als eine der Demokratie verpflichtete, weltanschaulich an die Menschenrechte gebundene, von politischen Parteien unabhängige Bildungseinrichtung. Daher gehört es zu ihrem Selbstverständnis, keine antidemokratischen, rassistischen, antisemitischen, frauenfeindlichen und andere Menschengruppen diskriminierenden Inhalte und Verhaltensweisen zuzulassen und solchen Tendenzen entgegenzuwirken.

In der Volkshochschule wird unter Bildung ein lebensbegleitender Lernprozess verstanden, der die intellektuelle, emotionale, körperliche und kulturelle Dimension des Lernens gleichermaßen umfasst. Ihre Arbeit ist bedarfs- und bedürfnisorientiert ebenso wie bedarfs- und bedürfnisweckend.

Qualitäten der Volkshochschule sind: hohe Bekanntheit, Breite, Vielfalt und Differenzierung im Angebot, Kostengünstigkeit, Flächendeckung, Kontinuität im Angebot, Gruppenungebundenheit, umfassendes Bildungsverständnis, Flexibilität und pädagogische Qualitätssicherung. Die Grundsätze der Volkshochschule sind in der Grundsatzerklärung und in der „Empfehlung für die Bildungsarbeit an Volkshochschulen“, die von einer bundesweiten Arbeitsgruppe erstellt wurden, definiert.

Ergänzt wird die Grundsatzerklärung durch die „Richtlinien zum Umgang mit Esoterikangeboten“, die im November 2013 vom Vorstand beschlossen wurden.

Die Volkshochschule erfüllt mit ihrer Bildungsarbeit kulturelle Aufgaben, sie setzt demokratiefördernde Maßnahmen im Bereich der politischen Bildung, sie leistet Beiträge zur beruflichen Qualifikation, sie erfüllt soziale und kommunikative Aufgaben, sie bietet Gesundheitsvorsorge. Angebote der Volkshochschulen zeichnen sich durch Vielfalt der Inhalte sowie der Methoden des Lernens aus. Neben Kursen, Vorträgen, Podiumsdiskussionen oder Symposien finden sich Workshops, Exkursionen, Beratungen...

Wichtige Programmbereiche sind:

 

ZWEITER BILDUNGSWEG

- Studienberechtigungsprüfung
- Maturavorbereitung
- Berufsreifeprüfung
- Beamtenaufstiegsprüfung
- Vorbereitung für den Hauptschulabschluss
- Basisbildung

Bildungsgänge im sogenannten Zweiten Bildungsweg bieten die Chance, verschiedenste Schulabschlüsse nachzuholen und Studienberechtigungen zu erlangen.

SPRACHEN

- Intensivkurse
- Berufsorientierte Sprachkurse
- Internationale Zertifikate
- Mehr als 70 Sprachen

An den Volkshochschulen werden in rund 240 Einrichtungen Sprachkurse angeboten. Die Dezentralität der örtlichen Volkshochschulen gewährleistet ein flächendeckendes Angebot. In der Volkshochschule können - wie in keiner anderen Erwachsenenbildungseinrichtung - alle Österreicher und Österreicherinnen in zumutbarer Entfernung Sprachen lernen.

In einem Semester lernen an österreichischen Volkshochschulen durchschnittlich weit mehr als 100.000 Teilnehmer/innen Sprachen. In mehr als 10.000 Kursen werden bis zu 70 verschiedene Sprachen angeboten. Das Angebot ist methodisch und didaktisch vielfältig. Die Inhalte sind auf gruppenspezifische und individuelle Interessen abgestimmt.

MENSCH UND POLITIK

- Persönlichkeitsbildung
- Partnerschaft
- Gesellschaft
- Demokratie
- Geschichtswerkstätten

Politische Bildung ist in einer demokratischen Gesellschaft ein wichtiger Faktor. Deshalb stellt Politische Bildung - sowohl als Bildungsprinzip in allen Fachbereichen wie als eigener Bereich mit speziellen Angeboten zum Thema Politik und als Grundhaltung bei der Konzeption der Bildungsarbeit - an der Volkshochschule seit jeher einen fixen Bestandteil des Bildungsangebotes dar. Flexibles und rasches Reagieren auf aktuelle Problemstellungen sowie Vielfalt in Methode und Inhalt kennzeichnen diese Angebote.

BERUFLICHE BILDUNG

Aus- und Weiterbildung - für den Wiedereinstieg in den Beruf
- für die Anpassung an neue Anforderungen
- zur Auffrischung von längst Vergessenem
- zur Ausbildung spezieller Berufe
- zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen

GESUNDHEITSBILDUNG

Das dichte und vielfältige Angebot im Gesundheitsbereich ist für die Gesundheitsvorsorge der österreichischen Bevölkerung ein wesentlicher Faktor.

- Bewegung
- Gymnastik
- Sport
- Spiel
- Entspannung
- Ernährung
- Selbsthilfegruppen
- Alternativmedizin


KULTUR UND FREIZEIT

- Kunst
- Gestalten
- Kreativität
- Multikulturelles