ARCHIV
  

„Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“ (Gustav Mahler)

Der historische Ausgangsbefund: »Bildung macht frei«, »Wissen ist Macht« (Francis Bacon, 1561-1626)

Die historischen Wurzeln der Volksbildung in Österreich reichen weit in das 19. Jahrhundert zurück. Mit den erreichten Leistungen im Bereich der Demokratisierung des Zugangs zu Bildung und Wissen repräsentiert die »neutrale« Volksbildungsbewegung in exemplarischer Weise die Bemühungen um einen selbstorganisierten Abbau hierarchisch-elitärer Bildungsschranken, wie sie mit der Aufklärungstradition des reformorientierten großstädtisch-liberalen Bürgertums sowie der aufkommenden Arbeiterbewegung im 19./20. Jahrhundert gegeben sind.

 



 

Ein Projekt der demokratischen »Moderne«: Bildung und Wissen für alle

Im Kampf gegen Bevormundung durch die konservativ-klerikale staatliche Obrigkeit und im konsequenten Eintreten für Selbstbestimmung und Autonomie (»Knowledge is power«, nach dem englisch Philosophen Francis Bacon) stellt die Entstehungsgeschichte der politisch »ungebundenen« Volksbildung in Österreich hinsichtlich der Ideen, Akteure, Methoden und Institutionen ein integrales Element des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses dar. Neben der Arbeiter(kultur)bewegung, dem Austro-Marxismus, dem Wiener Kreis, der Psychoanalyse, Jugendstil und Expressionismus, zählt die Volkshochschulbewegung – um 1905 entstand in Wien das erste Abendvolkshochschulgebäude Europas – zum kulturellen Inventar der »Wiener Moderne«.

 



 

Die Ziele und Aufgaben des Österreichischen Volkshochschularchivs

Das Österreichische Volkshochschularchiv stellt sich die Aufgabe der Sammlung, der fachgerechten Archivierung und der computerunterstützten Auswertung von diesbezüglichem Quellen- und Dokumentationsmaterial. Vorrangiges Ziel ist dabei, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Forschungsgegenstand in Kooperation mit Universitätsinstituten, ausseruniversitären Forschungsstellen sowie anderen Dokumentationseinrichtungen anzuregen und zu intensivieren, um dadurch die Entwicklungen dieses demokratiepolitische eminent bedeutsamen Bildungssektors stärker öffentlich bekannt zu machen. Dies soll durch die Herausgabe der Fachzeitschrift Spurensuche und einer eigenen Schriftenreihe (Materialienhefte) sowie durch die Veranstaltung von Ausstellungen, Konferenzen, Seminaren und der Betreuung wissenschaftlicher Recherchen befördert werden.