Jour Fixe Bildungstheorie- und Praxis

 

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Die Reihe „ Jour Fixe Bildungstheorie|praxis“ ist eine Veranstaltungsreihe und befragt den Stellenwert von Bildungstheorie in den aktuellen Diskursen der Erwachsenenbildung mit starkem praktischen Bezug.

Veranstaltet wird die Reihe seit dem WS 2007/2008 vom Ring Österreichischer Bildungswerke, vom Verband Österreichischer Volkshochschulen sowie vom Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK) gemeinsam mit dem Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien (ab dem SS 2009) und der Abteilung für Erwachsenen- und Berufsbildung der Alpen Adria Universität Klagenfurt.

In der Vergangenheit war auch das Institut für Kunst- und Kulturpädagogik der Akademie der Bildenden Künste Kooperationspartner.

Leitung/Koordination: Bettina Dausien, Daniela Rothe, Wolfgang Kellner und Stefan Vater.

 

Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis

Erwachsenenbildung in Wissenschaft und Praxis. Geschichte(n) und Reflexionen einer anspruchsvollen Beziehung

Sommersemester 2019

Veranstaltungsreihe organisiert von:

Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien
Ring Österreichischer Bildungswerke 
Verband Österreichischer Volkshochschulen Institut für Wissenschaft und Kunst

Für die Erwachsenenbildung ist das Verhältnis von Wissenschaft und Praxis in verschiedenen Hinsichten bedeutsam: Historisch gesehen war die Vermittlung wissenschaftlichen Wissens ein wichtiges Ziel der Volksbildung und der Arbeiter­bildung, umgekehrt hat der Bezug zur Bildungs­praxis für die Herausbildung der Erwachsenen­bildung als Wissenschaft und akademische Disziplin immer eine Rolle gespielt. Anspruchs­voller als die Vorstellung eines Wissenstransfers ist die Idee einer kooperativen Wissens­produktion und Reflexion, in der Wissenschaft und Praxis keine dualistisch getrennten oder gar entgegengesetzten Bereiche sind, sondern sich wechselseitig herausfordern und aufeinander beziehen.

Im Jour Fixe Bildungstheorie|Bildungspraxis im Sommersemester 2019 begeben wir uns auf die Suche nach den Entstehungs- und Kontextbedin­gungen, nach den Räumen die eine spezifische Verschränkung von Praxis und Wissenschaft ermöglichen oder bedingen. Räume in denen Reflexion, Veränderungsperspektiven und der Anspruch auf Definitionsmacht verschwimmen und eine spezifische praktische Wissenschaft der Erwachsenenbildung entsteht. Wie können solche Räume konkretisiert werden? Wie sehen konkrete Projekte aus, und was kann man aus ihnen lernen? Und was lässt sich zur Entwicklung und möglichen Zukunftsperspektiven solcher Wissenschafts-Praxis-Kooperationen sagen?

Ort: Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien, Sensengasse 3a, 1090 Wien, Seminarraum 7, 2. Stock

► Donnerstag, 21.03.2019, 19:00 Uhr

Bettina Dausien (Universität Wien)

Daniela Rothe (Universität Duisburg-Essen):

Research Meets Practice“. Erfahrungen mit dem Konzept einer rekonstruktiven Praxis­reflexion

Man muss nicht Wissenschaftler*in sein, um produktiv mit wissenschaftlichen Methoden arbeiten zu können. Insbesondere die Arbeits­prinzipien der rekonstruktiven Sozialforschung bieten ein Potenzial für professionelle Erwachsenenbildner*innen, um neue Blicke auf ihre eigene Praxis zu eröffnen und diese kritisch zu reflektieren. In der Begegnung zwischen Forscher*innen und Mitarbeiter*innen der Freien Altenarbeit Göttingen wurde ein solches Reflexionsformat entwickelt. Die Impulse und Herausforderungen dieser Form der Kooperation von Wissenschaft und Praxis werden im Mittelpunkt des Beitrags und der anschließenden Diskussion stehen.

Bettina Dausien ist Professorin für Pädagogik der Lebensalter am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien.

Daniela Rothe ist Vertretungsprofessorin für Erwachsenenbildung am Institut für Berufs- und Weiterbildung der Universität Duisburg-Essen

 

► Donnerstag 11.04.2019, 19:00 Uhr

Gert Dressel (Wien):

Wenn man transdisziplinär forscht, kann man was erleben …“

Wenn transdisziplinär geforscht wird, wenn also Wissenschaftler*innen nicht über, sondern mit Vertreter*innen einer professionellen Praxis (u.a. der Erwachsenenbildung) forschen, wenn gemeinsam Erkenntnis generiert werden will, dann hat dies zahlreiche Konsequenzen: u.a. für das Was (den Forschungsgegenstand), für das Wie (Kommunikation und Methoden) und auch für die Rolle(n) von Wissenschaft. Wie dies gelingen, aber auch scheitern kann, wird anhand konkreter Projektbeispiele ebenso thematisiert wie die Frage: Wozu überhaupt?

Gert Dressel ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen und des Instituts für Pflegewissenschaft der Universität Wien sowie der IFF-Fakultät der Universität Klagenfurt

► Donnerstag, 16.05.2019, 19:00 Uhr

Basisbildner*innen im Gespräch mit Stefan Vater über Emanzipation, Bildung und Politik. Angelika Hrubesch, Thomas Fritz – lernraum. wien, VHS Wien und Rubia Salgado, maiz – Autonomes Zentrum von & für Migrantinnen:

Ich habe immer versucht zu denken und zu unterrichten, indem ich einen Fuß innerhalb des Systems hatte und einen außerhalb.“ (Paolo Freire)

Was bedeutet Basisbildung unter den derzeitigen politischen Bedingungen und ist eine reflektierte Basisbildung relevant und in welcher Weise? Welche Beziehungen bestehen zwischen Bildungspraxis und wissenschaftlicher Reflexion? Ist die Erwachsenenbildungs-Praxis theoriefeindlich oder die Wissenschaft praxisfremd? Sind die einen die Objekte der Forschung und die Anderen die Handelnden?

Thomas Fritz ist Leiter des lernraum.wien der VHS Wien. Themenschwerpunkte: Mehrsprachigkeit, Sprachenpolitik, Didaktik und Methodik des Zweitsprachenunterrichts

Angelika Hrubesch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des lernraum.wien der VHS Wien.

Rubia Salgado arbeitet als Erwachsenen­bildnerin, Kulturarbeiterin und Aktivistin in selbstorganisierten Kontexten. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem Gebiet der kritischen Pädagogik und Kulturarbeit in der Migrationsgesellschaft. Sie ist Mitbegründerin und Mitarbeiterin der Selbstorganisation von Migrantinnen maiz in Linz.

Stefan Vater ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeits- und Forschungsstelle des Verbands Österreichischer Volkshochschulen

► Donnerstag 13.06.2019, 19:00 Uhr

Christian H. Stifter (Wien):

Erwachsenenbildung und Wissenschaft. Zugänge zu einem zeithistorischen Gegenstandsbereich

Wie ist der Zusammenhang von Wissenschaft in der Erwachsenenbildung und Erwachsenen­bildung als Wissenschaft entstanden? Ein zeithistorischer Streifzug durch ein komplexes Verhältnis.

Christian H. Stifter ist Historiker und Direktor des Österreichischen Volkshochschularchivs.

Zum Jour Fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis:

Die Veranstaltungsreihe „Jour fixe Bildungs­theorie | Bildungspraxis“ ist eine Kooperation zwischen Erwachsenenbildung und Universität, in der das Theorie-Praxis-Verhältnis der Erwachsenenbildung als lebendiger Diskurs gepflegt wird. Im Zentrum der Diskussions- und Vortragsabende, Expert*innengespräche und Workshops an vier bis fünf Terminen pro Semester stehen offener Austausch, Perspektivenwechsel, theoretische Reflexion und Kritik. Die Reihe ist offen für alle Interessierten.

Konzept und Organisation: 
Bettina Dausien: Professorin für Pädagogik der Lebensalter am Institut für Bildungswissen­schaft der Universität Wien.  
Wolfgang Kellner: Leiter des Bildungs- und Projektmanagements im Ring Österreichischer Bildungswerke.  
Daniela Rothe: Vertretungsprofessorin für Erwachsenenbildung am Institut für Berufs- und Weiterbildung der Universität Duisburg-Essen. 
Stefan Vater: wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeits- und Forschungsstelle des Verbands Österreichischer Volkshochschulen. 

Kontakt und Information: Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK), Berggasse 17/1, 1090 Wien, Tel.: 0043-1-317 43 42, iwk@iwk.ac.at, http://www.iwk.ac.at

 



Jour fixe Bildungstheorie/Bildungspraxis, Wintersemester 2018/19

Aktuelle Fragen der Politischen Bildung: Was bewegt moderne Gesellschaften?

 

Veranstaltungsreihe organisiert von:

Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien / Ring Österreichischer Bildungswerke / Verband Österreichischer Volkshochschulen / Institut für Wissenschaft und Kunst

Was sind die drängenden Herausforderungen oder Bedrohungen für unsere westlichen Gesellschaften? Welcher Art sind die Aufgaben der politischen Bildung?

► Donnerstag, 22.11.2018, 19:00 Uhr, Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien, Sensengasse 3a, Seminarraum 1, 1090 Wien

Edgar Forster (Université de Fribourg, Département des Sciences de l'éducation):

Die Krise des Politischen und die Arbeit am kollektiven Gedächtnis

Dass die europäische Nachkriegsordnung erodiert, ist unübersehbar. Zwei wichtige Grundpfeiler der kulturellen und sozialen Identität Europas werden mutwillig zerstört und verlieren ihre Integrations-kraft: zum einen das europäische Friedensprojekt, auf das sich nach 1945 Nationalstaaten unter dem Eindruck der Shoah verständigt haben, und zum anderen der westliche Wohlfahrtsstaat, der demo-kratische Errungenschaften mit dem Ausbau sozialer Sicherungssysteme verknüpft hat. Im Vortrag soll gezeigt werden, warum wir uns an einer Epochen-schwelle befinden, was ihre Merkmale sind und welche Auswirkungen diese Erosion auf gesell-schaftliche Institutionen, auf Erfahrungsräume und Erwartungshorizonte sowie auf die soziale Integration hat. Ich möchte dafür argumentieren, dass die Aufgabe kritischer Bildung die Arbeit am kollektiven Gedächtnis sein müsste. Sie reflektiert die den europäischen Narrativen ‒ Moderne, Fortschritt, Entwicklung und Kosmopolitismus ‒ immanenten Widersprüche und zielt auf eine andere kulturelle, soziale und politische Reproduktion unserer Gesellschaft.

Edgar Forster: Nach Studium und Dissertation in Pädagogik und Psychologie an der Universität Innsbruck war Forster als Dozent an verschiedenen Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Institutionen tätig. Unter anderem leitete er zwischen 1999 und 2001 das Österreichische Institut für Erwachsenenbildung in St. Pölten. Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren führten ihn außerdem an die University of California at Santa Cruz, an die State University of New York at Stony Brook (SUNY) sowie an die Universitäten Wien und Klagenfurt.

 

► Donnerstag 13.12.2018, 19:00 Uhr, Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien, Sensengasse 3a, Seminarraum 1, 1090 Wien

Isolde Charim (Wien):

Schauplatz Politik: Partizipation und Populismus. Buchpräsentation und Lesung mit Diskussion.


Wir leben in einer pluralisierten Gesellschaft. Jede Kultur steht neben anderen, es gibt keine selbstverständliche Zugehörigkeit mehr. Doch was ist das überhaupt – eine pluralisierte Gesellschaft? Und was heißt es für den Einzelnen, in einer solchen zu leben? Die Außenperspektive – dass es nämlich immer anders sein könnte, dass man etwas anderes glauben, anders leben könnte – ist heute Teil jeder Kultur. Und diese Veränderung betrifft jeden. Sie verändert den Bezug zur Gemeinschaft, zur eigenen Identität. Die Philosophin Isolde Charim wendet ihre These auf verschiedene Themen an, von der Politik zur Integration über die Definition des Heimatbegriffs bis hin zu den Debatten um religiöse Zeichen.


Isolde Charim: geboren in Wien, Studium der Philosophie in Wien und Berlin, arbeitet als freie Publizistin und ständige Kolumnistin der "taz" und der "Wiener Zeitung". 2006 erhielt sie den Publizistik-Preis der Stadt Wien. Seit 2007 ist sie wissenschaftliche Kuratorin am Bruno Kreisky Forum. Bücher u.a.: "Lebensmodell Diaspora. Über moderne Nomaden" (Hrsg. gem. mit Gertraud Auer 2012). Bei Zsolnay erschien im Frühjahr 2018 der Band " Ich und die Anderen. Wie die neue Pluralisierung uns alle verändert", für den sie den Philosophischen Buchpreis 2018 erhält.


► Donnerstag, 17.01.2019, 19:00 Uhr,  Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien, Sensengasse 3a, Seminarraum 1, 1090 Wien

Stefanie Wöhl (Fachhochschule des BFI Wien):

Demokratie in der Krise?

In den repräsentativen Demokratien Westeuropas wird seit Längerem über die Grundfunktionen demokratischer Institutionen debattiert und konstatiert, dass konventionelle Partizipationsmuster in Österreich und Deutschland, wie etwa die Mitgliedschaft in Parteien, schwinden, die Wahlbeteiligung sinkt, Populismus zunimmt und die Entscheidungsbefugnisse von Parlamenten zum Teil in externe Expertengremien ausgelagert werden. Zumeist wird dabei an einem Idealzustand von Demokratie festgehalten oder von einer demokratischen Beratungsbefugnis von Parlamenten und einer hohen Partizipationsrate an Wahlen im historischen Vergleich ausgegangen. Zuletzt gewannen in Staaten Europas vor allem rechtspopulistische Parteien, die mit einem Diskurs gegen Fremde Politik machen. Wie wirkt sich dies auf den Zustand der repräsentativen Demokratie aus? Wie lassen sich demokratische Mehrheitsverhältnisse herstellen, die für Inklusion und soziale Gerechtigkeit stehen? Diesen Fragen soll im Vortrag anhand von Beispielen aus Europa nachgegangen werden.

Stefanie Wöhl: Politikwissenschaftlerin und Professorin an der Fachhochschule des BFI Wien. Dort Leiterin des Stadt Wien Kompetenzteam für „European and Inter-national Studies“. In Kürze erscheint von ihr als Mit-herausgeberin der Sammelband „The State of the European Union“ im Springer Verlag, der verschiedene Politikfelder, die europäische Ökonomie und Phänomene wie Rechtspopulismus in Europa betrachtet.

Zum Jour Fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis:

Die Veranstaltungsreihe "Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis" ist eine Kooperation zwischen Erwachsenenbildung und Universität, in der das Theorie-Praxis-Verhältnis der Erwachsenenbildung als lebendiger Diskurs gepflegt wird. Im Zentrum der Diskussions- und Vortragsabende, ExpertInnengespräche und Workshops an vier bis fünf Terminen pro Semester stehen offener Austausch, Perspektivenwechsel, theoretische Reflexion und Kritik. Die Reihe ist offen für alle Interessierten.

 

Konzept und Organisation:

Bettina Dausien: Professorin für Pädagogik der Lebensalter am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien. Wolfgang Kellner: Leiter des Bildungs- und Projektmanagements im Ring Österreichischer Bildungswerke. 
Daniela Rothe: Arbeitsbereich Bildung und Beratung im Lebenslauf, Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien. Stefan Vater: wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeits- und Forschungsstelle des Verbands Österreichischer Volkshochschulen.
 

Kontakt und Information: Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK), Berggasse 17/1, 1090 Wien, Tel.: 0043-1-317 43 42, iwk@iwk.ac.at, http://www.iwk.ac.at

 

 

Gefördert durch:

 

 

 

 

Themen der letzten Jahre unter anderem: „Weiterbildung ohne Bildung?“ (SS 2007), „Kompetenz ohne Bildung?“ (WS 2007/200), „Sprechen über Bildung: Begriff, Metaphern, Diskurse“ (SS 2008), „Bildung und Aktivierung: Zur Ambivalenz der Aktivierungsdiskurse in der Erwachsenenbildung“ (WS 2008/2009), „Bildung und Kunst. Die Versprechen des Ästhetischen und das Lebenslange Lernen“ (SS 2009), „Routinen des Kreativen. Partizipation, Kritik und Professionalisierung“ (WS 2009/2010), „Citizenship Education“ (SS2010), „Bildung, Wissenschaftskultur und ökonomische Transformation“ (WS 2010/2011), Vortrag Genderforscherin Raewyn Connell zum Thema Gender Studies im Kontext von (globaler) Macht, Maskulinität und Neoliberalismus im Wintersemester 20111 in Kopoperation mit der Uni Wien (Link),   „Vom Lernen und Verlernen“ (SS 2010), Biografische Erzählen (WS 12/13),  Bildung und Utopie (SS 2014), Wandel der Erwachsenenbildung (WS 13/14) Link, "Übergänge im Bildungssystem (SS16),  "Nirgendwo und Überall zuhause". Migration, Erfahrung, Welten vermitteln (WS 16/17). Bettina Dausien, Wolfgang Kellner, Daniela Rothe

Der Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis. Eine Kooperation zwischen Erwachsenenbildung und Universität - Artikel Magazin Erwachsenenbildung


Weitere Infos:

Institut für Wissenschaft und Kunst

Jour Fixe Bildungstheorie/praxis auf facebook

Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis

Aktuelle Fragen der Politischen Bildung: Was bewegt moderne Gesellschaften?

Wintersemester 18/19

Veranstaltungsreihe organisiert von:

Institut für Bildungswissenschaft
der Universität Wien

Ring Österreichischer Bildungswerke
Verband Österreichischer Volkshochschulen Institut für Wissenschaft und Kunst

Was sind die drängenden Herausforderungen oder Bedrohungen für unsere westlichen Gesellschaften? Welcher Art sind die Aufgaben der politischen Bildung?

Donnerstag, 22.11.2018, 19:00 Uhr, Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien, Sensengasse 3a, Seminarraum 1, 1090 Wien

Edgar Forster (Université de Fribourg, Département des Sciences de l'éducation):

Die Krise des Politischen und die Arbeit am kollektiven Gedächtnis

Dass die europäische Nachkriegsordnung erodiert, ist unübersehbar. Zwei wichtige Grundpfeiler der kulturellen und sozialen Identität Europas werden mutwillig zerstört und verlieren ihre Integrations-kraft: zum einen das europäische Friedensprojekt, auf das sich nach 1945 Nationalstaaten unter dem Eindruck der Shoah verständigt haben, und zum anderen der westliche Wohlfahrtsstaat, der demo-kratische Errungenschaften mit dem Ausbau sozialer Sicherungssysteme verknüpft hat. Im Vortrag soll gezeigt werden, warum wir uns an einer Epochen-schwelle befinden, was ihre Merkmale sind und welche Auswirkungen diese Erosion auf gesell-schaftliche Institutionen, auf Erfahrungsräume und Erwartungshorizonte sowie auf die soziale Integration hat. Ich möchte dafür argumentieren, dass die Aufgabe kritischer Bildung die Arbeit am kollektiven Gedächtnis sein müsste. Sie reflektiert die den europäischen Narrativen ‒ Moderne, Fortschritt, Entwicklung und Kosmopolitismus ‒ immanenten Widersprüche und zielt auf eine andere kulturelle, soziale und politische Reproduktion unserer Gesellschaft.

Edgar Forster: Nach Studium und Dissertation in Pädagogik und Psychologie an der Universität Innsbruck war Forster als Dozent an verschiedenen Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Institutionen tätig. Unter anderem leitete er zwischen 1999 und 2001 das Österreichische Institut für Erwachsenenbildung in St. Pölten. Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren führten ihn außerdem an die University of California at Santa Cruz, an die State University of New York at Stony Brook (SUNY) sowie an die Universitäten Wien und Klagenfurt.

Donnerstag 13.12.2018, 19:00 Uhr, Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien, Sensengasse 3a, Seminarraum 1, 1090 Wien

Isolde Charim (Wien):

Schauplatz Politik: Partizipation und Populismus. Buchpräsentation und Lesung mit Diskussion.

Wir leben in einer pluralisierten Gesellschaft. Jede Kultur steht neben anderen, es gibt keine selbstverständliche Zugehörigkeit mehr. Doch was ist das überhaupt – eine pluralisierte Gesellschaft? Und was heißt es für den Einzelnen, in einer solchen zu leben? Die Außenperspektive – dass es nämlich immer anders sein könnte, dass man etwas anderes glauben, anders leben könnte – ist heute Teil jeder Kultur. Und diese Veränderung betrifft jeden. Sie verändert den Bezug zur Gemeinschaft, zur eigenen Identität. Die Philosophin Isolde Charim wendet ihre These auf verschiedene Themen an, von der Politik zur Integration über die Definition des Heimatbegriffs bis hin zu den Debatten um religiöse Zeichen.

Isolde Charim: geboren in Wien, Studium der Philosophie in Wien und Berlin, arbeitet als freie Publizistin und ständige Kolumnistin der "taz" und der "Wiener Zeitung". 2006 erhielt sie den Publizistik-Preis der Stadt Wien. Seit 2007 ist sie wissenschaftliche Kuratorin am Bruno Kreisky Forum. Bücher u.a.: "Lebensmodell Diaspora. Über moderne Nomaden" (Hrsg. gem. mit Gertraud Auer 2012). Bei Zsolnay erschien im Frühjahr 2018 der Band " Ich und die Anderen. Wie die neue Pluralisierung uns alle verändert", für den sie den Philosophischen Buchpreis 2018 erhält.

Donnerstag, 17.01.2019, 19:00 Uhr, Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien, Sensengasse 3a, Seminarraum 1, 1090 Wien

Stefanie Wöhl (Fachhochschule des BFI Wien):

Demokratie in der Krise?

In den repräsentativen Demokratien Westeuropas wird seit Längerem über die Grundfunktionen demokratischer Institutionen debattiert und konstatiert, dass konventionelle Partizipationsmuster in Österreich und Deutschland, wie etwa die Mitgliedschaft in Parteien, schwinden, die Wahlbeteiligung sinkt, Populismus zunimmt und die Entscheidungsbefugnisse von Parlamenten zum Teil in externe Expertengremien ausgelagert werden. Zumeist wird dabei an einem Idealzustand von Demokratie festgehalten oder von einer demokratischen Beratungsbefugnis von Parlamenten und einer hohen Partizipationsrate an Wahlen im historischen Vergleich ausgegangen. Zuletzt gewannen in Staaten Europas vor allem rechtspopulistische Parteien, die mit einem Diskurs gegen Fremde Politik machen. Wie wirkt sich dies auf den Zustand der repräsentativen Demokratie aus? Wie lassen sich demokratische Mehrheitsverhältnisse herstellen, die für Inklusion und soziale Gerechtigkeit stehen? Diesen Fragen soll im Vortrag anhand von Beispielen aus Europa nachgegangen werden.

Stefanie Wöhl: Politikwissenschaftlerin und Professorin an der Fachhochschule des BFI Wien. Dort Leiterin des Stadt Wien Kompetenzteam für „European and Inter-national Studies“. In Kürze erscheint von ihr als Mit-herausgeberin der Sammelband „The State of the European Union“ im Springer Verlag, der verschiedene Politikfelder, die europäische Ökonomie und Phänomene wie Rechtspopulismus in Europa betrachtet.

Zum Jour Fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis:

Die Veranstaltungsreihe "Jour fixe Bildungstheorie | Bildungspraxis" ist eine Kooperation zwischen Erwachsenenbildung und Universität, in der das Theorie-Praxis-Verhältnis der Erwachsenenbildung als lebendiger Diskurs gepflegt wird. Im Zentrum der Diskussions- und Vortragsabende, ExpertInnengespräche und Workshops an vier bis fünf Terminen pro Semester stehen offener Austausch, Perspektivenwechsel, theoretische Reflexion und Kritik. Die Reihe ist offen für alle Interessierten.

Konzept und Organisation:

Bettina Dausien: Professorin für Pädagogik der Lebensalter am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien. Wolfgang Kellner: Leiter des Bildungs- und Projektmanagements im Ring Österreichischer Bildungswerke. 
Daniela Rothe: Arbeitsbereich Bildung und Beratung im Lebenslauf, Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien. Stefan Vater: wissenschaftlicher Mitarbeiter der Pädagogischen Arbeits- und Forschungsstelle des Verbands Österreichischer Volkshochschulen.
 

Kontakt und Information: Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK), Berggasse 17/1, 1090 Wien, Tel.: 0043-1-317 43 42, iwk@iwk.ac.at, http://www.iwk.ac.at

 

 

 

 

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