Integrationsgesetz

Informationen zum Integrationsgesetz und zur Integrationsvereinbarung

Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte:

  • Im Unterschied zu Drittstaatsangehörigen müssen Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte eine Integrationserklärung (!) und keine Vereinbarung unterschreiben.
  • Detailierte Informationen zur neuen Vorgangsweise mit Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten sind auf der Homepage des ÖIF nachzulesen: ÖIF-Info zu Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte

Drittstaatsangehörige:

  • Müssen Modul 1 (vgl. § 9) und Modul 2 (§ 10) der Integrationsvereinbarung erfüllen.

Das Modul 1 der Integrationsvereinbarung ist erfüllt, wenn der Drittstaatsangehörige gemäß § 9 Abs. 4 IntG

  1. einen Nachweis des Österreichischen Integrationsfonds über die erfolgreiche Absolvierung der Integrationsprüfung gemäß § 11 IntG vorlegt oder
  2. einen gleichwertigen Nachweis gemäß § 11 Abs. 4 IntG über die erfolgreiche Absolvierung der Integrationsprüfung vorlegt. Wie bereits kommuniziert, wird ÖSD die Niveaus A2 und B1 zur Zertifizierung einreichen.
Darüber hinaus sieht das IntG auch einen Schulabschluss, der der allgemeinen Universitätsreife im Sinne des § 64 Abs. 1 UG oder einem Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule entspricht oder einen Aufenthaltstitel „Rot-Weiß-Rot – Karte“ gemäß § 41 Abs. 1 oder 2 NAG als Erfüllungsmöglichkeiten vor.
Zur Info: Über die Gleichwertigkeit eines Nachweises gemäß § 9 Abs. 4 Z 2 IntG entscheidet der ÖIF mit Bescheid auf schriftlichen Antrag einer Einrichtung, die beabsichtigt die Integrationsprüfung durchzuführen, auf Basis der Kriterien gemäß § 9 IV-V 2017.

Die Integrationskurse (§ 13 IntG) dienen der Vorbereitung auf die Integrationsprüfung zur Erfüllung des Moduls 1 der Integrationsvereinbarung (§ 11 IntG). Diese werden wie zuvor die Deutsch-Integrationskurse von zertifizierten Kursträgern angeboten und bilden eine der in § 14 IntG genannten Voraussetzungen für eine Kostenbeteiligung des Bundes.

Neu ist: Die Integrationskurse haben neben vertieften elementaren Kenntnissen der deutschen Sprache auch Themen des Alltags mit staatsbürgerschaftlichen Elementen und Themen zur Vermittlung der grundlegenden Werte der Rechts- und Gesellschaftsordnung verpflichtend zu enthalten, um die rechtmäßig niedergelassenen Drittstaatsangehörigen zur Teilnahme am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben in Österreich zu befähigen.

Betreffend die Wertevermittlung werden vom ÖIF in Kooperation mit Verlagen Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt, die auf die Vermittlung der neuen Inhalte zugeschnitten sind. Allen voran sind hier die neu erschienenen österreich-spezifischen Lehrwerke zu nennen, die das im Rahmencurriculum (Anlage A der IV-V 2017) geforderte Werte- und Orientierungswissen mit den Sprachhandlungsfeldern der jeweiligen Niveaustufen verbinden. Lehrwerke mit Werte- und Orientierungswissen sind:

  • „Pluspunkt Deutsch – Leben in Österreich“ (Cornelsen Verlag)
  • „Schritte Plus NEU Österreich“ + Begleitheft „Schritte Plus NEU Werte-Dialoge“ (Hueber Verlag)
  • „Linie 1 mit Werte- und Orientierungsmodulen“ (Klett Verlag)

Daneben werden auf dem Online-Sprachportal (www.sprachportal.at) laufend neue und kostenlose Materialen für den Deutschunterricht und für Deutschlernende zur Verfügung gestellt, die ebenfalls die Themenbereiche des Werte- und Orientierungswissens abdecken.

Außerdem werden vom ÖIF immer wieder Werte-Workshops für TrainerInnen angeboten

Integrationsprüfungen:

  • Drittstaatsangehörige müssen nach Modul 1 eine A2-Integrationsprüfung und nach Modul 2 eine B1-Integrationsprüfung absolvieren um die Integrationsvereinbarung zu erfüllen (Näheres siehe INtG § 11 und 12)
  • Auch Deutschkursmaßnahmen für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte auf dem Niveau A1, die ja vom ÖIF abgewickelt werden, müssen mit einer Integrationsprüfung (inkl. Werte- und Orientierungswissen) abschließen.
  • Das Werte- und Orientierungswissen wird im Rahmen eines Multiple-Choice-Tests (eine A4-Seite) abgefragt. Hierzu wird auch ein Fragenkatalog vom ÖIF zusammengestellt, der für die Vorbereitung verwendet werden kann.
  • Die Integrationsprüfung wird vom ÖIF angeboten. Prüfungen von anderen Anbietern können auch zum Einsatz kommen. Der ÖIF überprüft die Gleichwertigkeit von Integrationsprüfungen (vgl. § 8 Verordnung). ÖSD ist als Prüfungsinstitution beim ÖIF zertifiziert und bietet eine entsprechende, vom ÖIF anerkannte Prüfung auf A2 und B1-Niveau an.
  • Meldefristen bleiben wie bisher.
  • Bzgl. PrüferInnen vlg. § 8 und 9 der Verordnung

Staatsbürgerschaftsprüfung

Im Rahmen des IG 2017 wurden auch Änderungen beim Staatsbürgerschaftsgesetz vorgenommen (vgl. § 6). Personen, die nach dem 1.10.2017 einen Antrag auf Daueraufenthalt oder Staatsbürgerschaft stellen, müssen bei der Einreichung die neue Prüfung vorweisen.

Qualifikationsvoraussetzungen als Lehrkraft für Integrationskurse

Konkret hat der Kursträger für die Abhaltung von Integrationskursen künftig solche Personen als Lehrkräfte einzusetzen (§ 2 IV-V 2017),

1. deren Erstsprache Deutsch ist oder die Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau C1 nachweisen, und Unterrichtserfahrung im Ausmaß von mindestens 450 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten im Bereich DaF oder DaZ in der Erwachsenenbildung sowie

  • a) ein abgeschlossenes DaF- oder DaZ-Universitätsstudium im Ausmaß von mindestens 180 ECTS,
  • b) ein abgeschlossenes Studium der Germanistik oder eine Lehrberechtigung im Fach Deutsch an einer öffentlichen oder mit dem Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Schule,
  • c) ein abgeschlossenes anderes neuphilologisches Studium mit Unterrichtssprache Deutsch von mindestens 180 ECTS oder ein abgeschlossenes Studium der Sprachwissenschaften mit Unterrichtssprache Deutsch von mindestens 180 ECTS oder
  • d) ein österreichisches Universitätsstudium oder einen österreichischen Universitätslehrgang im Ausmaß von mindestens 180 ECTS oder einen ausländischen Studienabschluss, welcher einem inländischen entspricht im Sinne des § 6 Abs. 6 Anerkennungs- und Bewertungsgesetz, BGBl. I Nr. 55/2016, und eine DaF- oder DaZ-Zusatzausbildung

vorweisen können, oder

2. deren Erstsprache Deutsch ist oder die gemäß Abs. 4 Deutschkenntnisse mindestens auf dem Sprachniveau C1 nachweisen, und Unterrichtserfahrung im Ausmaß von mindestens 1 500 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten im Bereich DaF oder DaZ in der Erwachsenenbildung, einen Abschluss einer deutschsprachigen Schule, der der allgemeinen Universitätsreife im Sinne des § 64 Abs. 1 Universitätsgesetz 2002 (UG), BGBl. I Nr. 120/2002, entspricht und eine DaF- oder DaZ-Zusatzausbildung vorweisen können

Die DaF- oder DaZ-Zusatzausbildung muss einen Gesamtumfang von mindestens 180 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten in Theorie und Praxis aufweisen, davon müssen mindestens 100 Unterrichtseinheiten Präsenzeinheiten darstellen. Als DaF- oder DaZ-Zusatzausbildung gelten auch Fernstudienlehrgänge mit einem Gesamtumfang von mindestens 180 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten, die seit mindestens zwei Jahren kontinuierlich angeboten werden.

Die IV-V 2017 stellt somit dahingehend eine Vereinfachung dar, als

  • Germanistik nicht mehr nur als Lehramtsstudium vorausgesetzt wird, sondern nunmehr das Studium der „Deutschen Philologie“ ausreicht;
  • nicht mehr ein abgeschlossenes Lehramtsstudium einer anderen lebenden Fremdsprache erforderlich ist, sondern ein anderes neuphilologisches Studium mit der Unterrichtssprache Deutsch ausreicht und
  • bei Z 2 (vormals Z 4; sog. „Praxistatbestand“) statt 3000 Unterrichtseinheiten nunmehr 1500 Unterrichtseinheiten ausreichen, sofern die erforderlichen formalen Kenntnisse im Rahmen einer DaF/DaZ-Zusatzausbildung erworben werden.

Zertifizierung als Kursträger:

Die Zertifizierung von Kursinstituten im Integrationsgesetz bleibt unverändert erhalten und wird weiterhin vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) vorgenommen (vgl. div. Informationsaussendungen des ÖIF).

Die Kursträger werden zur Durchführung der neuen Integrationskurse nach dem Integrationsgesetz ab dem 1. Jänner 2018 mit einer Gültigkeitsdauer von bis zu drei Jahren zertifiziert; die Zertifizierung kann auf schriftlichen Antrag um jeweils bis zu drei Jahre verlängert werden.

Antragslegitimiert sind weiterhin:

  • Institutionen der Erwachsenenbildung, die Unterricht in „Deutsch als Fremdsprache“ (DaF) in bi- oder multilingualen Klassen jedenfalls seit zwei Jahren durchführen;
  • Institutionen der Erwachsenenbildung, die gemäß dem Bundesgesetz über die Förderung der Erwachsenenbildung und des Volksbüchereiwesens aus Bundesmitteln, BGBl. Nr. 171/1973, als förderungswürdige Einrichtungen anerkannt sind und jedenfalls seit zwei Jahren auch mit der Beratung und Unterstützung von Fremden befasst sind; sowie
  • private oder humanitäre Einrichtungen, die jedenfalls seit fünf Jahren mit der Beratung und Unterstützung von Fremden befasst sind und deren Aufgabenbereich auch die Vermittlung der deutschen Sprache umfasst.

Die Zertifizierung nach den neuen Bestimmungen des IntG und der IV-V 2017 kann entzogen werden, wenn die Lernziele, die Lehrmethode oder die Qualifikationen des Lehrpersonals nicht den Bestimmungen des IntG und der IV-V 2017 entsprechen oder wenn die Bestimmungen zu den Dokumentationspflichten der IV-V 2017 gröblich missachtet werden.

Die Zertifizierung kann ebenso entzogen werden, wenn vom Kursträger länger als zwölf aufeinander folgende Monate kein zertifizierter Integrationskurs durchgeführt wird. Nach einem Entzug der Zertifizierung ist eine neuerliche Antragstellung zur Zertifizierung frühestens nach Ablauf von sechs Monaten zulässig.

Zertifizierte Kursträger unterliegen künftig gesetzlich festgelegten Meldepflichten gegenüber dem ÖIF (§ 15 Abs. 1 IntG). Spätestens mit Beginn eines Integrationskurses haben die Kursträger dem ÖIF die daran teilnehmenden Personen mitzuteilen. Zu diesem Zweck sind dem ÖIF Namen, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Wohnanschrift bekanntzugeben. Weiters sind bei Abschluss der Integrationskurse die von den TeilnehmerInnen immer persönlich unterschriebenen Teilnehmerlisten an den ÖIF zu übermitteln.

Weiterführende Adressen im Internet

Integrationsfond

BM:EIA

SprachenRechte