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ADUQUA

This project has been funded with support from the European Commission. This publication [communication] reflects the views only of rhe author, and the Commission cannot be held responsible fro any use which may be made of the information contained therein.

Grundtvig Netzwerk ADUQUA:

Quality Assurance in Integration Training for Adult Migrants

Dieses Projekt wird mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichungen trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

Bewertung der Qualität von Integrationsmaßnahmen: die neue Selbsteinschätzung für DaZ-Kursleitende und Organisationen ist nun online:

!Testen Sie sich und/oder Ihre Institution! -> Hier geht's zur Selbsteinschätzung

 

Das Projekt ADUQUA

Projektdauer: Herbst 2011 – Herbst 2014

Projektpartner: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Irland, Island, Litauen, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, UK und Zypern

Das Netzwerk ADUQUA hat es sich zum Ziel gesetzt, die Qualität von Integrationsmaßnahmen sowie damit verbundenen Kursen und Ausbildungen in den Blickpunkt zu nehmen. Durch die Schaffung von Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene soll sicher zu stellen, dass Qualitätsmaßnahmen und Standards für Bildungsprogramme mit MigrantInnen erstellt und eingehalten werden.

12 verschiedene europäische Länder, vertreten durch insgesamt 15 Organisationen, sind Partner im EU-Projekt ADUQUA. Sie möchten dazu beitragen, Erwachsene mit Migrationshintergrund durch effiziente und zielführende Maßnahmen so optimal wie möglich zu unterstützen. MigrantInnen sollen so das nötige Rüstzeug erhalten, um das Beste aus ihrem Leben unter neuen Bedingungen in einem neuen Land machen zu können.

Die Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern sind äußerst unterschiedlich. Wie sich in diversen Diskussionen im Rahmen des Projekts herausstellte, herrscht nicht einmal – oder vielleicht im besonderen – über so grundlegende Begriffe wie „Integration“, „Qualität“ oder die Definition von „Menschen mit Migrationshintergrund“ Einigkeit. Ganz zu schweigen von den jeweiligen Begriffen in den diversen Sprachen der Partnerländer, wo auch sehr viele Konnotationen mitschwingen. Eine Vergleichsstudie, in der die Qualität von Integrationsmaßnahmen in den Partnerländern erhoben wurde, brachte mehr Transparenz und Vergleichbarkeit und zeigte, wo die größten Herausforderungen liegen. Darauf aufbauend werden dzt. ngemeinsame Empfehlungen für qualitätssichernde Maßnahmen erarbeitet.

Projekt-Ziele

Globalziel: MigrantInnen sollen nötige Unterstützung erhalten, um das Beste aus ihrem Leben unter neuen Bedingungen in einem neuen Land machen zu können.

  • Hinterfragen der Qualität von Integrationsmaßnahmen
  • Aufzeigen von effizienten und zielführenden Maßnahmen zur optimalen Unterstützung von Erwachsenen mit Migrationshintergrund beim Lernen der Landessprache
  • Empfehlungen für die Einführen und Durchführen von Qualitäts-maßnahmen und Standards für Bildungsprogramme mit MigrantInnen auf EU-Ebene

Projektaktivitäten

  • Ausgangslage: sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen in den einzelnen Partner-Ländern
  • Begrifflichkeiten: Was bedeutet „Integration“, „Qualität“ oder was verstehen wir unter „Menschen mit Migrationshintergrund“?
  • Vergleichsstudie zur Qualitätssicherung von Integrationsmaßnahmen in den Partnerländern

Ziel: Transparenz und Vergleichbarkeit

  • Darauf aufbauend: Erarbeitung von gemeinsamen Empfehlungen für qualitätssichernde Maßnahmen

Überlegungen zum Thema Qualität:

Begrifflichkeiten

Qualität: vom lat. Begriff „qualitas“ = Beschaffenheit von Produkten, Dienstleistungen >-< Anforderungen

Qualitätsentwicklung: Prozess, in dem kontinuierlich an Qualität gearbeitet wird; sich ständig ändernde Umfeld- und Einflussfaktoren!

Standard: vereinbarte, festgelegte Maßstäbe, Ziel-größen oder Kennzahlen für Ergebnisse von Prozessen

Qualitätssicherung: Überprüfungssystem f. Standards

Vertikale und horizontale Qualität

Vertikale Qualität: verbindlich vereinbarte Standards und Methoden wie Benchmarking (Vergleich & Ranking) eher messend und vergleichend

Horizontale Qualität: spezifisches Profil einer/s KursleiterIn, Programms, Bildungsinstitution etc. - eher entdeckenden, identitätsfördernden

Herausforderung: gute Balance zwischen beiden Dimensionen

Was messen wir?

  • Lineare Verbesserung?
  • Lernerfolg und Lernleistung der TeilnehmerInnen?
  • Lehrleistung der Unterrichtenden?
  • Merkmale der Curricula bzw. Kursprogramme?
  • Resultate und Wirkungen (z.B. AbsolventInnen-verbleib)?
  • Rahmenbedingungen, Ressourcen und Kontexte?

Wie messen wir?

  • Qualitativ und/oder quantitativ?

Qualitätssicherung in Integrationsmaßnahmen für Erwachsene MigrantInnen

Ziele und Konzepte

  • Worauf fokussieren Konzepte zu „Integration“ –
    Sprache beherrschen, Arbeitsplatz vermitteln, ...
  • Wie politisch ist die Debatte, was sind Konnotationen?
  • Wer soll mit Integrationsmaßnahmen erreicht werden? –

Bestehende Bevölkerung, ZuwandererInnen, RückwandererInnen, Erwachsene, Kinder...

–        Beispiel Polen: Beschulung ermöglichen
–        Beispiel Litauen: 2011 kommen auf 1000 Menschen 4,9 ZuwandererInnen und 16,7 AuswandererInnen (15700 vs. 53900)
–        Beispiel UK: Wichtigkeit von sozialem Zusammenhalt & Gemeinwesen

Gemeinsame Definition "Integration Training":

“Educational services for people with differing migrational background living within the same social system in order to promote participation, cohesion and harmony.”

Ländervergleich ADUQUA

  • Finalisiert im Oktober 2012
  • Situation in (15) Organisationen und (13) Ländern
  • Einblick und Vergleich der Partner/länder (kein vollständiges Bild) >> European framework

    Länderberichte, nach  Vorlage/einheitlichen Fragen zu „Quality Assurance in Integration Training for Adult Migrants“
    A. Terms and Definitions

    B. Success and Impact

    C. Quality Assurance and Improvement

    zusammengefasst in 12-seitigem Bericht

Unterschiedlichste Merkmale enorme Bandbreite von „integration training“ reportiert

Von

Bis

  • „Integration training“ ist KEIN gebräuchlicher Ausdruck
  • Ausdruck wird in entsprechenden Gesetzestexten verwendet
  • Maßnahmen fokussieren auf einen Aspekt, z.B. 1 Sprache
  • Bandbreite von Maßnahmen
  • von 60 h
  • bis 600 h
  • Individuelle Maßnahmen
  • Standardisierte Maßnahmen
  • Unterstützung/Unterricht
  • legislative Maßnahmen
  • organisational definierte Erfolgskriterien
  • (national) definierte Erfolgskriterien -> Effekte auf Förderungen

Measuring Success – Dokumentation von Erfolg:

Quantitativ

Qualitativ

  • TeilnehmerInnen-Zahlen

  • Anwesenheit

  • Verweildauer – Dropout

  • Leistungen (von TNInnen u/o AnbieterInnen)
  • Qualifizierung Unterrichtende
  • TN-Zufriedenheit/Feedback
  • TN-Zufriedenheit/Feedback
  • Qualitätsstandards & Externe Evaluation
  • Qualitätsstandards & Externe Evaluation
  • Qualität des Lehrens & Lernens
  • Ausschreibungsverfahren
  • Intensität von Kooperation
    mit Stakeholdern u/o relevanten Institutionen
  • Selbsteinschätzung (peer u/o individuell)
  • Motivation
  • Entwicklungen der TNInnen (in Trainings u/o am Arbeitsmarkt)

Anwendungsbeispiele Quantitativ

  • Bsp. Anbieter-Leistungen: UK arbeitet national mit Messwerten (MLP = minimum level of performance), die jeweiligen „sucess rates“ (Anbieter-Performance x Verweildauer TN) werden damit verglichen
  • Bsp. Kooperation: in Finnland Integrationstraining vorwiegend als Jobvermittlungs-Training à Intensität und Ergebnisse der Kooperationen sind Teil der Erfolgsbemessung

Anwendungsbeispiele Qualitativ

  • Bsp. Dropout: in Norwegen werden Umfragen und kleinerer Studien auf Organisationsebene zum Auffinden von Verbesserungsmöglichkeiten gemacht, Gründe für Dropout im Zusammenhang mit Angebot hinterfragt
  • Bsp. das Recht auf „initial assessment“ à Individuelle Lernpläne und Integrationspläne (inkl. Integrationspläne für Familien), z.B. in Finnland

Bandbreite am Beispiel Qualitätsmanagement / Qualitätsstandards

  • ISO 9000, Balanced Scorecard, LQW u.a.
  • Akkreditierungen (AT, DE, NO, UK u.a.)
  • Ziele, Effekte, Erfolge von/Involviertheit in internationale Projekte (Litauen)
  • Externe (nationale) Evaluation als Teil von Qualitätssystemen, speziell für Int.-Training kreiert: Ergebnis von Inspektionen (UK, Belgien, Schweden)

–        tlw. differenziert nach Reflexion/Feedback an LehrerInnen ohne Dokumentation; Evaluation an Behörde dokumentiert
–        in BE alle 3 Jahre universitär durchgeführt, zur Überprüfung der nationalen mission

Kategorisierung der erhobenen Qualitätsstandards

  • Ergebnisse für LernerInnen
  • Qualität von Lehre und Lernen
  • Kompetenz der Lehrerkräfte/ des Personals
  • Vernetzung mit Gemeinschaft
  • Kursinhalte, Kursmethoden, Kursdauer
  • Führung/ Management
  • Effektivität der Maßnahmen/ des sozialen Zusammenhalts

Impact – fehlende Dokumentation der Auswirkungen von Erfolg

'In your organisation, how do you measure the impact of this provision and support in enhancing integration and community cohesion, both for individuals and groups?’

'In your country how is the impact of this provision and support measured in terms of enhancing integration and community cohesion, both for individuals and groups?'

à auf Ebene der Organisationen und der Länder ein unterentwickelter Bereich

  • 9/12 geben an, keine od. unterentwickelt national
  • 7/12 geben an, unterentwickelt organisational

Impact – Good Practice

  • Nationale Studien (Deutschland, Finnland)
    –        DE Langzeitstudie, sample N=4000 TN direkt nach Kurs und 3 Jahre nach Kursabschluss
    –        FI verschiedene Studien, zuletzt 2009 anhand von 29 Indikatoren
  • Auf Ebene der Organisationen
    –        Fortschritt auf dem Weg zur Beschäftigung (BE, FI, IS, SE)
    –        Fragebögen mit Abstand zum Kursabschluss; in Koop. mit Uni (IS)
    –        Jobbewerbung, Befinden am Arbeitsplatz, Gründe für Nicht-Beschäftigung...
    –        Trends Einstellungskriterien (LT)
    –        Ehrenamt, Gemeinwesenarbeit u.a. (UK)

Empfehlungen für die Entwicklung des Frameworks

  1. Definition von „Integration Training“
  2. Schlüsselelemente für Inklusion identifizieren
  3. Schlüsselelemente zur Messung der Auswirkungen von Maßnahmen identifizieren, die Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt begünstigen
  4. Qualitätsstandards benennen, die für Integrationstrainings relevant sind
  5. Verbesserungsmöglichkeiten und Good Practice zur Messung der Leistungen der AnbieterInnen identifizieren
  6. Möglichkeiten zur Verbesserung der Qualität von Integrationsmaßnahmen identifizieren

Veranstaltung in Wien

ADUQUA-Veranstaltung: Qualitätsstandards für Integrationsmaßnahmen mit Impulsreferat von Annette Sprung/Universität Graz, am 7.3. 2014

Programm

Am Donnerstag, 21.3.2013, fand in Wien die Veranstaltung "Qualität von Integrationsmaßnahmen messen, aber wie?" statt, zu der VertreterInnen von Institutionen, die Maßnahmen in diesem Bereich anbieten, InteressensvertreterInnen, VertreterInnen öffentlicher Einrichtungen und DaF/DaZ-KursleiterInnen herzlich eingeladen waren.

Programm

Weiterführendes:

ADUQUA-Homepage

Weiterführende Artikel:

Integration = to feel oneself at home?

Sind Integrationsmaßnahmen messbar? auch zu finden unter: ÖVH Nr. 01/2013: S. 20-21

ÖVH Nr. 02/2013: S. 34/35

http://qarante.createsend.com/t/ViewEmailArchive/r/7C6B8110EC5B98EC2540EF23F30FEDED/C67FD2F38AC4859C/

Youtube_Final conference

Perspektive Europa: „Draft European Modules on Integration“

Auf Auftrag der EU-Kommission entwickelet die finnische Consultingfirma Ramboll „Draft European Modules on Integration“

  • Basierend auf 11 Prinzipien
  • Konkrete, praktische, strukturierte Unterstützung nationaler Entwicklungen in der Integrationspolitik
  • 3 Module

1) Einführungskurse und Spracherwerb:
Empfehlungen in vier Komponenten: 1.)Spracherwerb, 2.)Einführungskurse, 3.) Anreize/Unterstützungen und 4.)Evaluation und Qualitätsmanagement

2) Aufnehmende Gesellschaft

3) Partizipation von ZuwandererInnen

Näheres siehe unter: http://ec.europa.eu/ewsi/UDRW/images/items/docl_25494_793453556.pdf