SPURENSUCHE – aktuellAktuelle Ausgabe, 19. Jahrgang, Heft 1-4:
»„Schreiber bin ich, Worte-Macher ...“ . Die vielen Gesichter des Friedrich Heer, 1916-1983 «
157 Seiten, illustriert, Preis: 17,5 Euro (exklusive Versandkosten)
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E D I T O R I A L :
„Eine neue Kultur zu schaffen bedeutet nicht nur, individuelle »originelle« Entdeckungen zu machen, es bedeutet auch und besonders, bereits entdeckte Wahrheiten kritisch zu verbreiten, sie sozusagen zu »vergesellschaften« und sie dadurch Basis vitaler Handlungen, Element der Koordination und der intellektuellen und moralischen Ordnung werden zu lassen.“ [Antonio Gramsci]
Sich dem Leben und Werk von österreichischen Intellektuellen zu widmen, kommt angesichts hiesiger Verhältnisse einer doppelten Spurensuche gleich und hat geradezu etwas Exotisches an sich: zum einen, weil gelehrte Leitfiguren – nach dem katastrophalen Brain drain aufgrund von Austrofaschismus und Nationalsozialismus – ungeheuer rar geworden sind, sodass es zuweilen den Anschein hat, sie wären angesichts des mangelnden öffentlich-kritischen Diskurses entweder völlig abhanden gekommen oder in halbprivate, selbstreferentielle Teilöffentlichkeiten abgedrängt und aufgrund dieses in Summe für freischwebend-kritische Geister nicht gerade förderlichen Habitats zu Lebzeiten eben oft nur in austriakischen Zerrformen („sinistre Lamentierer“, „Originale“ et cetera) anzutreffen.
Zum anderen bedeutet die Auseinandersetzung mit herausragenden Intellektuellen dieses Landes immer auch ein Nachspüren nach den Umständen ihrer Marginalisierung, ein Ergründen ihres schleichenden Schattendaseins sowie ein kritisches Hinterfragen verschiedentlicher Ex-post-Vereinnahmungsversuche beziehungsweise heroischer Stilisierungen. Mit anderen Worten: Eine vielschichtige Spurensuche nach den spezifischen Ambivalenzen des „Kampfes um die österreichische Identität“ (Friedrich Heer).
All dies wären bereits ausreichende Gründe, sich in Form einer eigenen Schwerpunktausgabe einmal der Person des links-konservativen Kulturhistorikers und Essayisten Friedrich Heer und dessen „obszön exotischen“ humanistischen Pathos (Wolfgang Müller-Funk) anzunehmen.
Besonders interessant und spannend bei Heer scheint jedoch, dass dieser eine ausgeprägt exoterisch-öffentlichkeitswirksame Seite aufwies und darüber hinaus – wie der Hauptbeitrag dieser Ausgabe von Adolf Gaisbauer anhand bisher weitgehend unbekannter Dokumente konzise verdeutlicht – seine Entwicklung als vielgefragter Vortragender und Autor auch und insbesondere im Bereich populärwissenschaftlicher Bildungseinrichtungen vollzog, darunter in Erwachsenenbildungseinrichtungen.
Neuerlich war es ein Symposium der Volkshochschule Hietzing, welches im April 2007 stattfand, das den Anstoß zur vorliegenden Ausgabe der Spurensuche lieferte, indem einzelne der dort gehaltenen Referate, ergänzt um weitere Beiträge (Gaisbauer, Botz, Szanya, Malina) sowie ausgesuchtem, zum Teil noch unveröffentlichtem Bildmaterial, zu einem eigenen Schwerpunktheft zusammengefasst wurden.
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S P U R E N S U C H E / Zeitschrift für Geschichte der Erwachsenenbildung und Wissenschaftspopularisierung /Journal for History of Adult Education and Popularization of Science
- Hrsg. v. Christian H. Stifter
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