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Tagung "Krise des politischen Systems und neue Ansätze in der politischen Bildung"

Eine Kooperation der VHS Linz und des Verbands Österreichischer Volkshochschulen (VÖV)
Tagungsleitung: Barbara Kreilinger,
Stefan Vater, Harald Wildfellner

19. Oktober 2011 / Wissensturm Linz

Seit den 1990er Jahren mehren sich in der Öffentlichkeit kritische Stimmen über den Zustand der westlichen Demokratien. Die gesellschaftliche Realität und reale Politik mit ihren Skandalen und der als verbreitet wahrgenommenen Korruption lässt Politik und das Politische zusehends negativ erscheinen – zudem scheint diese Bedeutungsverschlechterung nicht umkehrbar.

„Die Politik“ betont und fördert in rasanter und zunehmender Geschwindigkeit einseitig die Wichtigkeit von Konkurrenz, Leistung, Schnelligkeit, Effizienz und ExpertInnenmeinung – so die Diagnose – und entzieht damit sich selbst oder der Demokratie den Raum der Öffentlichkeit.

Die Beteiligung der BürgerInnen – eine Notwendigkeit – sinkt, zumal die Orte der Demokratie verschwinden und die Lebensrealitäten der BürgerInnen zunehmend fragmentiert und prekarisiert, keinen Platz für politische Beteiligung eröffnen. Die Kluft zwischen (regierenden) Eliten und BürgerInnen und die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Immer mehr Menschen vertrauen in grundlegenden Fragen des Staates, der Integration und der Bildungspolitik mehr den Entscheidungen von ExpertInnen als jenen von PolitikerInnen. Die Demokratien selbst stehen unter dem Zwang der Universalisierung und Verabsolutierung des marktwirtschaftlichen Modells als der einzig denkbaren Variante gesellschaftlicher Organisation. Die Auswirkungen dieser Absolutsetzung und der genannten Phänomene werden immer öfter als Entdemokratisierung wahrgenommen.

Welche Bedeutung und welchen Stellenwert haben nun "politische Bildung" und "Citizenship Education" für die Erwachsenenbildung in Zeiten dieser Krise? Welche Rolle haben sie inne, welche Aufgaben und Ziele verfolgen sie bzw. sollten sie verfolgen? Wo und wie werden politische Erfahrungen gesammelt und wer sind die Akteurinnen und Akteure – die realen wie auch die verborgenen und ausgeschlossenen? Und welche neuen innovativen Ansätze lassen sich erkennen?

Tagungsdokumentation