Seminar (SE) Feministische Diskursanalyse IIInfos zu den Samstagsterminen
Samstage 20.11.2010 + 27.11.2010 jeweils 10h-14h s.t., Sensengasse, SG1
an beiden Samstagen und vielleicht an weiteren Montag-Terminen nehmen wir uns die Durchführung einer Kritischen Diskursanalyse zum Thema >Gendersensible Sprache< vor.
wir folgen im Forschungsablauf im wesentlichen:
Siegfried Jäger, Theoretische und methodische Aspekte einer Kritischen Diskurs- und Dispositivanalyse, http://www.diss-duisburg.de/Internetbibliothek/Artikel/Aspekte_einer_Kritischen_Diskursanalyse.htm [in überarbeiteter Fassung in Reiner Keller/, Andreas Hirseland, Werner Schneider, Willy Viehöver (Hg.): Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse, Opladen (Leske + Budrich) 2000]
Margarete Jäger, Diskursanalyse. Ein Verfahren zur kritischen Rekonstruktion von Machtbeziehungen, in: Ruth Becker (et. al.), Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung, Wiesbaden 2004, S. 336-341.
wichtig wäre insoferne eine Lektüre (Zumindest der Methodenkapital / Forschungsablaufdarstellungen) beider Texte.
Diskursanalyse ist ein sehr arbeitsaufwendiges Unterfangen, insoferne kann nicht genau abgeschätzt werden wie weit wir kommen.
Vorbereitende Aufgabenstellung
Sammlung von relevanten Diskursfragmenten zum Thema >Gendersensibler Sprache< --> bis spätestens 15.11
untenstehende Textvorschläge / Materialkorpus
[materialienliste + kurzcharakteristiken]
Samstag 1 /20.11
-> Vorbemerkungen zur Diskursanalyse
-> Sichtung der vorliegenden Materialien /Charakteristiken
-> Bildung von Arbeitsgruppen zu Teilen der vorliegenden Materialien (=Textkorpus)
AG1) Empfehlungen der Dudenredaktion + WKO Handreichung
http://www.frauensprache.com/gleichstellung_duden.htm
http://www.wko.at/ubit/gender/sprache.htm
AG2) Journal Panorama (Ö1)
http://oe1.orf.at/programm/255875
http://oe1.orf.at/artikel/213735
AG3) RFS Materialien >Genderwahn<
http://www.rfs.at/neu/?p=34
http://diestandard.at/1242316655138/Bikinis-gegen-Genderwahn
[Plakat]
AG4) diestandard >Tägliche Sprachverhunzung<
http://diestandard.at/2728174/Taegliche-Sprachverhunzung
[Download bearbeiteter File]
-> Anmerkung zu Methoden
orientiert an
(a) Siegfried Jäger, Theoretische und methodische Aspekte einer Kritischen Diskurs- und Dispositivanalyse, http://www.diss-duisburg.de/Internetbibliothek/Artikel/Aspekte_einer_Kritischen_Diskursanalyse.htm
[in überarbeiteter Fassung in Reiner Keller/, Andreas Hirseland, Werner Schneider, Willy Viehöver (Hg.): Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse, Opladen (Leske + Budrich) 2000]
(b) (->) Margarete Jäger, Diskursanalyse. Ein Verfahren zur kritischen Rekonstruktion von Machtbeziehungen, in: Ruth Becker (et. al.), Handbuch Frauen- und Geschlechterforschung, Wiesbaden 2004, S. 336-341. [Download auf www.vhs.or.at/376]
(c) Auszug: Siegfried Lamnek, Qualitative Sozialforschung Band 2. Methoden und Techniken, Weinheim 1995, S. 191-219 [Download]
-> Arbeit in AGs zu Charakteristika der ausgewählten Texte, Abarbeitung der Checkliste von S. Jäger, Entwicklung eines Forschungsvorhabens.
Berichte am 22.11.
pdf-Sammlung zu verschiedenen Methoden der Textanalyse [internet]
Samstag 2 / 27.11.2010 (10h-13h)
Berichte der Arbeitsgruppen über Ideen, Arbeitsvorhaben zur Diskursanalyse
Diskussion und Weiterentwicklung
Weiterarbeit in Gruppen
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http://oe1.orf.at/programm/255875
http://oe1.orf.at/artikel/213735
http://www.goethe.de/lhr/prj/mac/spw/de1728783.htm
http://www.wko.at/ubit/gender/sprache.htm
(barbara kerb)
http://www.rfs.at/neu/?p=34
http://diestandard.at/1242316655138/Bikinis-gegen-Genderwahn
"Nachdem entgegen meiner Erinnerung das Rosenkranz'sche Werk "MenschInnen" kein dezidiertes Kapitel zum Thema geschlechtergerechte Sprache enthält, hätte ich einen einschlägigen Aufsatz der (mittlerweile ehemaligen) Wiener RFS-Vorsitzenden anzubieten:
Außerdem wäre in diesem Kontext (wenn wir nicht nur in Richtung Texte gehen wollen) auch das beigefügte Plakat aus dem letzten ÖH-Wahlkampf recht ergiebig. Ein weiteres Plakat habe ich im Netz leider nur noch unter http://diestandard.at/1242316655138/Bikinis-gegen-Genderwahn in kleiner Auflösung gefunden."
[Plakat]
(Peter Putzer)
"Nach meiner relativ erfolgreichen Recherche habe ich mich für ein paar Texte entschlossen, die meiner Meinung nach aus vielen Perspektiven das Thema „gendersensible Sprache“ beschreiben.
- „Gleichstellung von Männern und Frauen in der Sprache. Empfehlungen der Redaktion des Duden” von Brigit Eickhoff (Sprachspiegel 1/99) ist ein äußerst interessanter Text, der viele konkrete Punkte bzgl. Anwendung der (gendersensiblen) Sprache beinhaltet. Hier kurze Beschreibung: Zeitungstexte, Lehrbücher, Predigten, Formulare, Reden im Bundestag und weitere Textsorten können heute nicht mehr erstellt werden, ohne dass die Frage der angemessenen sprachlichen Berücksichtigung von Frauen gestellt wird. Um diese Frage sprachlich und orthographisch korrekt beantworten zu können, hat die Dudenredaktion die folgenden Empfehlungen erarbeitet.
Den Text findest Du unter dieser Adresse: http://www.frauensprache.com/gleichstellung_duden.htm
- „EXAMPLES OF GENDER-SENSITIVE LANGUAGE, Compiled by Service-Growth Consultants Inc., May 2003“ .Hier ein paar (englische) Beispiele der korrekten Anwendung der Sprache. Kann vielleicht nützlich sein, wenn es um die konkreten Unterschiede geht: http://www.servicegrowth.net/documents/Examples%20of%20Gender-Sensitive%20Language.net.pdf
- „Geschlechtergerechtes Formulieren - Empfehlung des Arbeitskreises Gender Mainstreaming in der NÖ Landesverwaltung“: das letze „technische“ Beispiel stellt konkrete Leitfaden für den Gebrauch von gendersensiblen Sprache dar. Eine kurze und nicht allzu anstrengende Lektüre, die viele Informationen vermittelt. Und hier ein paar gut erarbeiteten Regeln.
- Ein konkretes Beispiel für Entlarvung von Machtverhältnissen am Beispiel von Witzen und Scherzen: „Das Gelächter der Geschlechter“ von Helga Kotthoff. Gekürzte Version hier und hier eine kurze Beschreibung des Inhaltes:
Dieser Artikel untersucht scherzhafte Bemerkungen in Interaktionen zwischen ÄrztInnen und Patientinnen im gynäkologischen und geburtshilflichen Bereich. Gemeinsam sind den analysierten Verhaltensweisen u. a. folgende Merkmale:
a) Es wird gescherzt, um bereits bestehende Machtverhältnisse auf unterschiedliche Weise zu festigen.
b) Scherzen dient verschiedenen Kommunikationsfunktionen: manchmal wird es eingesetzt, um die Befragung oder das Gespräch in Gang zu halten, manchmal, um zu trösten, manchmal, um Patientinnen am zu ausführlichen Weitererzählen zu hindern.
c) Die Patientinnen benutzen jeweils verschiedene Scherzstrategien je nachdem, ob sie mit Krankenschwestern, Hebammen, Ärztinnen oder Ärzten zu tun haben.
d) Die Machtverhältnisse verschieben sich je nachdem, wie die soziale Rolle "Geschlecht" und die institutionelle Rolle interagieren.
e) Die Krankenschwestern und Hebammen verfügen über mehr Macht, wenn die Ärzte und Ärztinnen nicht anwesend sind."
Mateusz Isakiewicz
(Sonja Lydtin)
http://www.zeit.de/1994/14/Die-Sonne-ist-keine-Frau (Annegret Bauer)
http://www.20min.ch/news/ostschweiz/story/Junge-Maedchen-sollen-Barfrau-werden-28234784 (Barbara Kerb)
http://diestandard.at/2136563/Neutrale-Sprache-diskriminiert (Stefan Vater)
http://diestandard.at/2728174/Taegliche-Sprachverhunzung (Stefan Vater)
[Download bearbeiteter File]
http://derstandard.at/1242316601612/Sie-fragen-die-Redaktion-antwortet-Frauen-sind-doch-mitgemeint
http://denkwerkstatt.wordpress.com/2010/10/22/binnen-i-unterstrich-und-sprachreinheit-teil-1/
(Judith Mayr)
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&p=schwestern%2C+auf+die+barrikaden&id=42394 (Julia Boschmann)
weitere Texte unter:
https://eportfolio.univie.ac.at/interaction/forum/view.php?id=309
Vorschau
Vorort am 20.11 werden uns vorerst mit der Menge der gesammelten Artikel etc.. auseinandersetzen müssen und diese reduzieren, um sie dann weiter zu clustern und in Gruppen bearbeiten zu können. Diese Reduktion wird nicht ganz einfach und dauert, selbst wenn die Forschungsfrage präziser gestellt und in langer Arbeit besser ausgefeilt wird, normalerweise lange. Wir werden diesen Schritt wahrscheinlich verkürzen müssen.
Danach werden in Gruppen die ausgewählten Texte gelesen (individuell) und bezüglich Auffälligkeiten diskutiert und wieder gelesen etc...
Medium wird bestimmt, Zielgruppe, AutorInnen, etc
Und dann machn wir uns daran ein Analyseinstrumentarium zu entwickeln.
Wissenschafttheoretische/Methodologische Anmerkung
Wir beschäftigen uns mit einer Form der Diskursanalyse, die qualitativen Methodologien folgt, d.h. es ist nicht so, dass ein fertiges Methodenset sozusagen blind auf das Material angewendet werden kann. Die Methode wird theoriegeleitet am Material entwickelt und ebenso die Theorie wird am Material weiterentwickelt.
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