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Die gemeinnützige Erwachsenenbildung, wie sie durch die KEBÖ-Verbände mit ihren Mitgliedseinrichtungen repräsentiert wird, ist durch ein komplexes Verhältnis von K : K : K gekennzeichnet: Konkurrenz – Kooperation – Koordination.

Bei der Konkurrenz geht es um eine Vielzahl von Aspekten, keineswegs nur um die Konkurrenz bei der Gewinnung von Teilnehmer/innen. Die Koordination wird von den öffentlichen Händen seit geraumer Zeit stark und mit Nachdruck forciert. Ein gutes Beispiel dafür ist die Weiterbildungs-akademie, die heute von einem „kooperativen System der Erwachsenenbildung“ getragen wird. Sie geht auf die Idee im Verband Österreichischer Volkshochschulen (VÖV) zurück, für die vielfältigen Mitarbeiter/innenweiterbildungsaktivitäten im Rahmen der Volkshochschulen und ihrer Verbände ein gemeinsames Dach zu schaffen. Das „Unterrichtsministerium“ hat das sehr begrüßt, aber mit dem nachdrücklich geäußerten Wunsch verbunden, dies in Kooperation mit den anderen Verbänden der Erwachsenenbildung zu tun. Hier handelte es sich um einen koordinierenden Eingriff, der sich letztlich als durchaus vorteilhaft für die Erwachsenenbildung herausgestellt hat.

Die freiwillige Kooperation zwischen sehr unterschiedlich ausgerichteten Erwachsenenbildungs-einrichtungen hat eine lange Tradition. Das am längsten währende konkrete Kooperationsprojekt ist der „Fernsehpreis der österreichischen Volksbildung“ – heute „der Erwachsenenbildung“. Er wurde 1967 auf Initiative des VÖV geschaffen. Vorbild war der einige Jahre zuvor gegründete Adolf-Grimme- Preis des Deutschen Volkshochschul-Verbandes. Am Beginn des „Volksbildungspreises“ standen drei Verbände: der Verband österreichischer Volksbüchereien, die Arbeitsgemeinschaft der Volksbildungs-heime und der VÖV. Nach einem Jahr kam noch der Ring österreichischer Bildungswerke in den Kreis der Trägereinrichtungen hinzu.

Aus dem „Fernsehpreis“ hat sich der Radiopreis der Erwachsenenbildung und als Preis für eine Einzelperson der Axel-Corti-Preis entwickelt. Diese Preise werden heute getragen von der ARGE Bildungshäuser, dem Büchereiverband Österreich, dem Verband Österreichischer Volkshochschulen und dem Wirtschaftsförderungsinstitut. Gleichsam als „Verfassung“ liegt den Preisen ein Statut zugrunde, auf dessen Basis die jährliche Preisvergabe erfolgt. Der Kooperation der sehr unterschiedlichen Verbände liegt aber – eine typisch österreichische Lösung – kein formeller Vertrag zugrunde. Die Kooperation funktioniert jedoch in der Praxis seit Beginn an ohne größere Probleme.

Mit diesen Medienpreisen gelingt es der Erwachsenenbildung durch konkrete Aktivitäten Öffentlichkeit für die Ausgezeichneten zu schaffen. Das ist insbesondere für Radioschaffende von nicht zu unterschätzender Bedeutung, zumal es kaum eine Radioberichterstattung in den Medien gibt. Mit den Medienpreisen lenkt die Erwachsenenbildung öffentliches Interesse auf sich selbst, von dem sie üblicherweise nicht gerade verwöhnt wird.

Als Kooperationsprojekt „funktionieren“ die Preise auf der Basis von Vertrauen zwischen den Partnereinrichtungen und kompetenten und konstruktiv tätigen Verbandsvertreter/innen in der Vorbereitung der jeweiligen Preise und vor allem in den Sitzungen der Jurys. Und das seit mehr als vier Jahrzehnten.

Das bis heute bedeutendste Kooperationsunternehmen in der Erwachsenenbildung ist jedoch die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ). Es handelt sich um den freiwilligen Zusammenschluss von zehn bundesweit tätigen Erwachsenenbildungsverbänden, die seit 1972 miteinander kooperieren. Es gibt zwar ein Gründungsdokument, aber keine rechtliche Grundlage, etwa in der Form eines Vereins. Auch das ist eine typisch österreichische Lösung, zumal die KEBÖ vom Staat als Interessensvertretungsorgan der gemeinnützigen Erwachsenenbildung und als Ansprechpartner in erwachsenenbildungsrelevanten Fragen voll anerkannt wird.

Im Mittelpunkt dieser Ausgabe der ÖVH steht der bei der KEBÖ-Jahrestagung 2011 „gesprochene Essay“ von Franz Schuh „Die Bildung von Demokraten“. Darin wird Bildung und Demokratie aus einer ungewöhnlichen und gerade deshalb anregenden Perspektive beleuchtet. Informiert wird über die Auszeichnung des VÖV-Projektes „SAPA 21 – Sprachenlernen im 21. Jahrhundert“ mit dem Europäischen Sprachensiegel für innovative Sprachenprojekte.

Willi Filla