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Überreichung der Fernsehpreise der Erwachsenenbildung und des Corti-Preises

Mit einer Warnung vor der Berlusconisierung Europas und „unzeitgemäßen Anmerkungen“ zum Verhältnis von Medien und Demokratie meldete sich Dr. Trautl Brandstaller nach der Überreichung des Axel-Corti-Preises an sie durch Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer zu Wort. Spätestens dann, wenn von Teilprivatisierung des ORF die Rede ist, sollte an public broadcasting und die Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Mediums gedacht werden. Es geht um die Grundversorgung von Bürgerinnen und Bürgern mit Information, Bildung und Kultur, ohne die Demokratie nicht funktionieren kann, die aber durch die Privatisierung öffentlich-rechtlicher Medien gefährdet wird.

Mit dem Axel-Corti-Preis wurde am 26. Mai im Wiener Palais Eschenbach im Rahmen der Überreichung der Fernsehpreise der Erwachsenenbildung Trautl Brandstaller für „erwachsenenbildnerisch besonders wertvolle Leistungen“ im Fernsehen ausgezeichnet. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hob in ihren Begrüßungsworten hervor, dass der Fernsehpreis der Erwachsenenbildung bereits seit 1967 als Kooperationsprojekt von vier Verbänden der Erwachsenenbildung – ARGE Bildungshäuser, Büchereiverband, Volkshochschulverband und Wirtschaftsförderungsinstitut – vergeben wird. Diese Langzeitkooperation von Einrichtungen der Erwachsenenbildung, die auch in Konkurrenz zueinander stehen, grenzt beinahe an ein Wunder.

Die zum 40. Mal vergebenen Fernsehpreise der Erwachsenenbildung wurden an zwei ORF-Produktionen und eine auf OKTO ausgestrahlte Serie vergeben. In der Sparte Dokumentation wurde Jutta Grylka für ihren beklemmenden und Opfer zu Wort kommen lassenden „Menschen & Mächte spezial“-Beitrag „Der Contergan-Skandal: Die Opfer – Die Folgen“ ausgezeichnet. Die Preisüberreichung nahm der Geschäftsführer des Büchereiverbandes Österreich, Mag. Gerald Leitner, vor.

In der Sparte Film ging der Fernsehpreis der Erwachsenenbildung für Drehbuch und Regie von „Franz Fuchs – Ein Patriot“ an Elisabeth Scharang, die den Preis bereits zum dritten Mal erhielt. Die Spieldokumentation stellt die erste umfassende filmische Aufarbeitung des größten politi-schen Verbrechens in der Zweiten Republik dar, in dem 15 Menschen schwer verletzt und vier Roma im Burgenland ermordet wurden. Mit dem Preis wurde auch Karl Markovics ausgezeichnet, der Franz Fuchs mit unnachahmlicher Differenziertheit, aber gleichzeitiger Einfach-heit darstellte. Die Preisüberreichung nahm der Kurator des Wirtschaftsförderungsinstituts, Dr. Michael P. Walter vor.

Als Serie wurde die OKTO-Reihe „Nebenan“ ausgezeichnet, für die als Beispiel die Kurzserie „Roma in Wien“ stand, die Radovan Grahovac und Matija Serdar gestalteten. Nach der Öffnung des Fernsehpreises der Erwachsenenbildung für Privatsender wurde bereits zum zweiten Mal eine OKTO-Produktion ausgezeichnet. Die Preisüberreichung in der Sparte Sendereihen nahm Ing. Rudi Planton, Vorsitzender der ARGE Bildungshäuser vor.

Den zum 11. Mal vergebenen Axel-Corti-Preis überreichte die Präsidentin des Nationalrates, Mag. Barbara Prammer, in ihrer Eigenschaft als Präsidentin des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen an Dr. Trautl Brandstaller. In der Laudatio wurde festgestellt, dass die Bedeutung des Corti-Preises durch die Liste der bisherigen Preisträger/innen zum Ausdruck kommt. Den Corti-Preis erhielten bisher: Dr. Peter Pawlowsky, Prof. Paul Lendvai, Prof. Michael Kehlmann, Michael Haneke, Dr. Hugo Portisch, Dr. Peter Huemer, Georg Stefan Troller, Prof. Barbara Coudenhove-Kalergi, DDr. Adolf Holl und Georg Riha und Dr. Susanne Scholl.

Wien, 2008 05 27/Fi-CB/PM9