VHS-Leiter/innen-Tagung 2006 im Ferienhotel Hafnersee
Image und Aufgaben der Volkshochschule
Ergebnisse der VHS-Leiter/innen-Tagung 2006 im Ferienhotel Hafnersee
Die Volkshochschule in Österreich ist bereichernd, sinnvoll, verwertbar und vielfältig. Diese Eigenschaften werden der Volkshochschule von mehr als zwei Drittel der Bevölkerung zugeschrieben. Für deutlich mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist die Volkshochschule darüber hinaus sympathisch, fortschrittlich und gut erreichbar. Dies geht aus einer noch unveröffentlichten Studie zum Image der Volkshochschule in Österreich hervor, die auf einer Repräsentativbefragung von 2.000 Personen beruht, die Wilhelm Filla, Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen in seiner Eigenschaft als Universi-tätsdozent für Weiterbildung an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt über das Linzer market-Institut durchgeführt hat und die bei der Ta-gung der österreichischen Volkshochschulleiter/innen zum Thema „Die Zukunft der Volkshochschule in Österreich“ im Ferienhotel Hafnersee am 24. August 2006 von ihm vorgestellt wurde. Diesen positiven Asso-ziationen, die in Österreich mit der Volkshochschule verbunden wer-den, stehen auch etwas weniger positiv gefärbte Assoziationen ge-genüber, die es in Zukunft durch gezielte Maßnahmen zu verbessern gilt. Knapp weniger als die Hälfte der Bevölkerung erlebt die Volks-hochschule als anregend, modern, wissenschaftlich und anspruchs-voll, geht aus der Studie hervor.
Als die Zukunftsaufgaben der Volkshochschule bezeichnete Filla den weiteren Ausbau jener Angebotsbereiche der Volkshochschule, die schon heute zu ihren Stärken gehören: Sprachen und Gesundheitsbil-dung. Die Volkshochschule ist, wie das auch aus Studien hervorgeht, die größte Sprachenschule des Landes für Erwachsene und auf die-sem Gebiet besonders methodisch fundiert.
Eine zentrale Aufgabenstellung, die in Österreich bisher noch kaum angedacht wurde, ergibt sich aus der Frage, welchen Beitrag kann Bildung dazu leisten, eine stark alternde Gesellschaft in Zukunft inno-vativ zu halten. Ein konkretes Modell könnte der Aufbau von Universi-täten des dritten Lebensalters sein, wie sie in vielen europäischen Ländern, aber nicht in Österreich bestehen. Die zweite große Heraus-forderung für die Bildungsarbeit gerade der Volkshochschulen besteht darin, gesellschaftlichen Spaltungstendenzen entgegen zu wirken und vor allem junge Menschen bei ihrer Integration in die Arbeitswelt und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu unterstützen.
Gefordert ist aber, so Filla, die Bildungspolitik insgesamt, die Weiterbil-dung entgegen allen verbalen Bekundungen kaum beachtet. Auf-wendungen für umfassende Weiterbildung, wie sie gerade Volkshoch-schulen leisten können, sollten nicht als Kostenfaktor, den es möglichst gering zu halten gilt, sondern als Investitionen in die Zukunft im Interes-se aller Bürgerinnen und Bürger eines Landes gesehen werden.
Wien, 2006 08 24/Fi-CB/PM12
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